Gewalt gegen Rettungskräfte | Aktuelle Stunde | 26.01.2018 | 02:44 Min. | Verfügbar bis 26.01.2019 | WDR

Gewalt und Beleidigungen gegen Rettungskräfte nehmen zu

  • Studie: Gewalt gegen Einsatzkräfte keine Seltenheit
  • Jeder Achte wurde schon Opfer körperlicher Gewalt
  • Täter sind fast immer Männer mittleren Alters

Bei der Feuerwehr in Münster stellte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag (26.01.2018) die Studie der Ruhr-Uni Bochum zu Beleidigungen und Gewalt gegen Einsatzkräfte vor. Befragt wurden über 800 Mitarbeiter von Feuerwehren und Rettungsdiensten. Jeder achte Retter wurde demnach schon einmal Opfer körperlicher Gewalt, mehr als jeder zweite bei einem Einsatz beleidigt.

Rettungseinsätze gefährlicher als Brandeinsätze

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht während der Vorstellung des NRW-Verfassungsschutzberichts für 2016 im Landtag in Düsseldorf. | Bildquelle: dpa/ Becker

Besonders gefährdet sind Notärzte und Notfallsanitäter. Von ihnen gaben 26 Prozent an, schon einmal körperlich angegriffen worden zu sein. 92 Prozent berichteten von verbalen Attacken. Bei Brandeinsätzen berichteten zwei Prozent von körperlicher Gewalt und 36 Prozent von verbalen Übergriffen.

Patienten als Täter

Mitarbeiter von Rettungsdiensten sitzen an Tischreihen in einem Raum. | Bildquelle: WDR/Marco Poltronieri

In 90 Prozent der Fälle waren die Täter männlich und 20 bis 39 Jahre alt. Oftmals seien es die Empfänger der Hilfeleistungen selbst, Patienten oder deren Angehörige. Wohl auch deshalb seien Rettungsdienste stärker von Übergriffen betroffen als Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung.

Großstädte nachts besonders gefährlich

Der Duisburger Rettungsassistent Valention Tagliafierro steht vor einem Einsatzfahrzeug. | Bildquelle: WDR/Marco Poltronieri

Besonders hoch ist das Risiko bei Einsätzen am Abend und in der Nacht in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Auch der Duisburger Rettungsassistent Valentino Tagliafierro wurde von einem Schlag in den Nacken überrascht. Niemals hätte er mit einem solchen Übergriff gerechnet, berichtete er. Um diese Form von Gewalt besser zu ahnden, fordert die Gewerkschaft Komba härtere Strafen für Täter und mehr Angebote zur Selbstverteidigung der Retter.

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