Heftiger Streit um Flüchtlinge in Bielefeld

Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, SPD, während eines Gesprächs

Heftiger Streit um Flüchtlinge in Bielefeld

  • Kritik an Vorstoß von Bielefelds Oberbürgermeister
  • Pit Clausen will mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufnehmen
  • Derzeit leben 220 von ihnen in Bielefeld

Der Plan von Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) ruft viel Kritik hervor. Die FDP kritisiert, dass der Schritt eine Sogwirkung schaffen würde.

Amtsgericht Bielefeld kritisiert Clausen

Der Direktor des Bielefelder Amtsgerichts beispielsweise befürchtet eine höhere Arbeitsbelastung der Familienabteilung seines Gerichts. Die CDU hatte sich ebenfalls kritisch geäußert. Die Grünen halten den Vorschlag von Clausen dagegen für ein klares Signal der Menschlichkeit.

Momentan leben laut Pit Clausen 220 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Bielefeld. Die offizielle Aufnahmequote für die Stadt liege bei 190. Angesichts des Elends müsse man aber mehr leisten, als man leisten muss. "Wenn Menschen in akuter Lebensgefahr sind, müssen wir helfen", sagte der Oberbürgermeister im WDR-Interview. Und Bielefeld habe die Kapazitäten und Expertise dazu.

Stadtrat befasst sich ab Ende September mit dem Vorschlag

Pit Clausen möchte über die Aufnahmequote hinaus mehr junge unbegleitete Flüchtlinge aufnehmen. Innerhalb der Jahre 2015 und 2016 hatte die Stadt Bielefeld teilweise sogar 550 von ihnen beherbergt.

Der Stadtrat wird sich ab Ende September mit dem Vorschlag befassen.

Bootsflüchtlinge: "Man darf nicht tatenlos danebenstehen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 23.08.2018 06:00 Min. WDR 5

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Stand: 23.08.2018, 09:47