Lüdenscheid: Streit um Entlassung von Betriebsräten

Die Firma Linden von außen

Lüdenscheid: Streit um Entlassung von Betriebsräten

Von Fritz Sprengart

In Lüdenscheid will ein Autozulieferer Stellen streichen - und auch Betriebsräte entlassen. Sonst gebe es angeblich keine Transfergesellschaft. Die IG Metall ist empört.

"Das ist eine Sauerei", sagt Torsten Kasubke vor dem Werkstor des Automobilzulieferers Linden. Der Vertreter der Gewerkschaft ist am Montag nach Lüdenscheid gekommen, um den Betriebsrat zu unterstützen. Der steht unter Druck.

Torsten Kasubke

Torsten Kasubke von der IG Metall

Linden baut Logos von Automarken. Das Geschäft läuft schlecht: 27 Stellen von 150 sollen abgebaut werden. Für diese Mitarbeiter soll es eine Transfergesellschaft geben - Weiterbildung und Übergangsgeld inklusive.

Betriebsräte gehen - sonst keine Transfergesellschaft?

Laut Gewerkschaft soll die Geschäftsführung eine Liste mit Mitarbeitern vorgelegt haben, die gehen sollen. Darauf stünden alle Betriebsräte und Beigeordneten. "Damit wäre der Betriebsrat aufgelöst, und die Geschäftsführung könnte machen, was sie will", erklärt Frank Müller, Betriebsrat bei Linden.

Wenn der Betriebsrat nicht abtritt, soll es angeblich gar keine Transfergesellschaft geben. Damit habe die Geschäftsführung gedroht. So erzählt es Frank Müller.

"Unter den betroffenen Mitarbeitern sind auch Mitglieder des Betriebsrates", bestätigt die Geschäftsführung in einer schriftlichen Stellungnahme. "Auch sie gehören wie jeder andere Mitarbeiter zur Belegschaft." Dass es andernfalls keine Transfergesellschaft gibt, hat das Unternehmen aber nicht bestätigt.

Einstweilige Verfügung gegen Kündigungen

Betriebsrat Frank Müller

Betriebsrat Frank Müller

"Wir haben noch eine Betriebsvereinbarung, die Entlassungen ausschließt", erklärt Müller. "Deshalb haben wir jetzt eine einstweilige Verfügung gegen Kündigungen beantragt."

Stand: 23.11.2020, 20:44