Streit um neue Arbeitsverträge bei Aldi Nord

Schild einer Aldi Nord Filiale

Streit um neue Arbeitsverträge bei Aldi Nord

Von Gerrit Saßmann

  • Aldi-Betriebsrat Bad Laasphe will neue Arbeitsverträge nicht unterschreiben
  • Ausstieg aus Tarifbindung befürchtet
  • Aldi Nord weist Vorwürfe zurück

Der Betriebsrat von Aldi Nord in Bad Laasphe wehrt sich gegen die neue Vereinbarung. Denn Uli Kring befürchtet, dass der Discounter damit den Ausstieg aus der Tarifbindung vorbereiten könnte. Die Geschäftsleitung sieht die neuen Verträge als Verbesserung und Modernisierung.

Fast alle haben unterschrieben

Seit 2014 wirbt Aldi Nord für die neuen Verträge, die unter anderem eine elektronische Arbeitszeiterfassung versprechen. Von den 32 Aldi-Nord-Gesellschaften haben bereits 30 Betriebsräte unterschrieben. Nur Uli Kring in Bad Laasphe und ein Kollege aus Norddeutschland weigern sich standhaft.

Neue Klausel irritiert

Der Betriebsrat steht mit einem Formular in der Hand vor dem Aldi Nord

Betriebsrat Uli Kring wehrt sich gegen neue Arbeitsverträge.

Denn: Während der alte Vertrag eine ständige Tarifbindung für beide Parteien beinhaltet, gilt der neue Vertrag nicht mehr, wenn der Arbeitgeber aus dem Arbeitgeberverband aussteigen würde. Wörtlich heißt es in den neuen Verträgen: "Diese Verweisung auf Tarifverträge gilt, weil und nur solange der Arbeitgeber tarifgebunden ist."

Für Aldi handelt es sich um eine übliche Standard-Formulierung, die das Unternehmen auf eine eventuelle Notzeit vorbereite, die es aktuell und absehbar aber nicht gebe. Die Geschäftsführung bekräftigt: Aldi Nord sei seit jeher tarifgebunden und werde es auch bleiben.

Stand: 13.09.2018, 07:07