Strafanzeige wegen "Störerzimmer" in Asylunterkunft

Weißes Kasernengebäude, davor einige Menschen

Strafanzeige wegen "Störerzimmer" in Asylunterkunft

  • Anzeige wegen angeblicher Freiheitsberaubung
  • Bewohner in Notunterkunft sollen eingesperrt worden sein
  • Betreiber weisen die Vorwürfe zurück

Das Netzwerk Kirchenasyl hat nach eigenen Angaben von Montag (02.12.2019) Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Münster erstattet. Der Vorwurf: Im Jahr 2016 sollen in der Oxford Kaserne Flüchtlinge eingesperrt worden sein, sofern sie gegen die Hausordnung verstießen oder aus anderen Gründen auffällig waren. Die Bezirksregierung Münster und die Johanniter als Betreiber der damaligen Einrichtung hatten diese Vorwürfe vor wenigen Tagen vehement zurückgewiesen.

Ein Blog hatte diese Vorwürfe öffentlich gemacht. Mehrere ehemalige Mitarbeiter sollen dementsprechende Aussagen gemacht haben, heißt es darin. Geflüchtete, die unbequem waren oder Forderungen stellten, seien in einem eigenen "Störerzimmer" untergebracht worden. Ein Mitarbeiter des Wachdienstes wurde demnach vor der Tür positioniert.

Vorwurf lautet Freiheitsberaubung

Sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten, so würde es sich laut dem Netzwerk Kirchenasyl um Freiheitsberaubung handeln, und das sei ein Straftatbestand.

Strafanzeige wegen "Störerzimmer" in Asylunterkunft Lokalzeit Münsterland 29.11.2019 00:46 Min. Verfügbar bis 29.11.2020 WDR

Betreiber bestreitet die Vorwürfe

Die Bezirksregierung Münster hatte den Vorwürfen bereits vergangene Woche widersprochen. Es seien in der 2015 und 2016 von den Johannitern betriebenen Notunterkunft engmaschige Kontrollen durchgeführt worden, bei denen es keine Anzeichen für eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Bewohnern gab. Auch die Johanniter hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Prozess: Das "Problemzimmer" von Burbach WDR aktuell 10.01.2019 01:28 Min. Verfügbar bis 10.01.2020 WDR

Stand: 02.12.2019, 17:31