Störche im Kreis Soest: Ringe für die Küken

Storchküken werden beringt 03:19 Min. Verfügbar bis 15.06.2022

Störche im Kreis Soest: Ringe für die Küken

Von Heinrich Buttermann

Im Kreis Soest sind die Storchenküken kurz davor, ihr Nest zu verlassen. Höchste Zeit für die Beringungsaktion der Naturschützer.

Wenn sich Michael Jöbges mit dem Hubwagen den großen Nestern nähert, nehmen die Elterntiere Reißaus. Gegen große Feinde haben sie keine Chance.

Darum ziehen sich die Eltern zurück, die Küken ducken sich eng an den Nestboden. Vielleicht übersieht sie der Feind ja doch.

Küken verharren regungslos

Michael Jöbges ist kein Feind. Damit Forscher möglichst viel über die Wiederansiedlung der Störche erfahren, beringt er ausgesuchte Küken. So können die Forscher ihre Lebensläufe nachvollziehen.

Eine Hand hält einen schwarzen Plastikring mit weißen Zahlen und Buchstaben

Mit solchen Ringen können Forscher die Lebensläufe der Störche nachvollziehen

Fünf Horste steuert Michael Jöbges im Kreis Soest an, am Tag zuvor war er im Kreis Paderborn unterwegs. Die Küken verharren nahezu regungslos. Der Storch-Fachmann prüft sie mit geübten Blick, dann klicken auch schon die speziellen Plastik-Ringe mit den großen Zahlen.

Einige Horste sind leer

In den besuchten Nestern in Welver und Lippetal sind jeweils drei Küken geschlüpft und erfolgreich groß gezogen worden. Nicht selbstverständlich in diesem Jahr.

Durch das kalte Frühjahr haben es nicht alle Jungvögel geschafft. In einigen Nestern hocken nur noch ein oder zwei Junge, einige sind leer.

Neuer Rekord: 44 Brutpaare

Trotzdem wird es ein erfolgreiches Storchenjahr, ist sich Jöbges von der Arbeitsgemeinschaft Weißstorch sicher. 44 Brutpaare gibt es im Kreis Soest: soviele wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Dass es einmal zuviele geben könnte, glaubt der Storch-Experte nicht. "Die Natur regelt das", sagt er. Das kalte Frühjahr oder auch mal Nahrungsmangel sorgen dafür, dass immer nur so viele aufwachsen, wie die Auen und Wiesen verkraften können.

Anwohner sind wichtige Helfer

Ein Hubwagen nähert sich einem Storchennest

Mit dem Hubwagen besucht der Forscher die Storchenküken

Nach nur fünf Minuten setzt der Hubwagen den Fachmann wieder ab. Jetzt nutzt noch schnell Familie Hörauf die Chance, "ihre" Störche aus der Nähe zu begutachten.

Wie an vielen anderen Orten sorgen engagierte Anwohner dafür, dass Nisthilfen gebaut wurden. Mit großem Erfolg. Ende der 1990er Jahre galten Störche im Kreis Soest als ausgestorben, jetzt hat sich der Bestand erholt.

Stand: 14.06.2021, 15:12