Vorwürfe gegen lippische CDU-Vorsitzende

Mehrere Euro-Scheine aufgefächert

Vorwürfe gegen lippische CDU-Vorsitzende

Der ehemalige CDU-Kreisgeschäftsführer Lennart Hildebrand wirft der Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge Steuerhinterziehung und Bereicherung vor.

Dies geht aus einem vertraulichen Arbeitsbericht hervor, der dem WDR vorliegt. Die Vorwürfe waren Donnerstag (11.01.2018) kurz vor dem Neujahrsempfang der lippischen CDU in Extertal bekannt geworden. Mehr als 200 Mitglieder waren am Abend zum Empfang der CDU Lippe gekommen. Aber nur wenige hatten bislang von den Vorwürfen gehört, die gegen ihre Bundestagsabgeordnete erhoben werden.

So recht glauben wollte kaum jemand, dass Kerstin Vieregge sich auf Kosten der Partei bereichert haben soll. Und so konnte sie ihre Ansprache halten, ohne auf das Thema einzugehen. Auch der Generalsekretär der Landes-CDU, Josef Hovenjürgen, hielt sich bedeckt. Er kenne die Anschuldigungen, aber er wolle nichts dazu sagen, solange ihm das brisante Papier nicht vorliege, sagte Hovenjürgen dem WDR.

Politiker weisen Vorwürfe zurück

Türschild der Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge

Die Bundestagsabgeordnete weist die Vorwürfe zurück

Der Politikerin wird in dem Bericht unter anderem vorgeworfen, über Jahre 400 Euro monatlich für die Buchhaltung der Geschäftsstelle bekommen zu haben, ohne aber dafür etwas getan zu haben. Kerstin Vieregge bestreitet die Vorwürfe. Sie habe das Geld bekommen, aber dafür auch gearbeitet.

Außerdem sollen Fahrtkosten doppelt abgerechnet worden sein. Vieregge und der Ex-Landrat Heuwinkel sollen gemeinsam zu Veranstaltungen gefahren sein, die Fahrten aber doppelt abgerechnet haben. Kerstin Vieregge sagt, sie sehe kein schuldhaftes Verhalten. Sie betrachtet das Ganze als Nachtreten eines gekränkten Mitarbeiters. Ähnlich äußerte sich der ehemalige Landrat Friedel Heuwinkel im Gespräch mit dem WDR: "Es ist ein Stückchen Rufmord, es ist eine Diskussion über unsere Person, da werden wir uns Rechtsbeistand holen. Die Landespartei wird das Pamphlet noch einmal genau unter die Lupe nehmen und dann gucken wir weiter, ob wir Anzeige erstatten oder nicht."

Stand: 12.01.2018, 15:24