Festnahme nach Steinwürfen von Straßenbrücken

Festnahme nach Steinwürfen von Straßenbrücken

  • Drei Anschläge auf fahrende Autos
  • A44: Fahrerin unverletzt, Beifahrer wäre tot gewesen
  • Tatverdächtiger soll Erpressung versucht haben

Am Mittwochabend (13.05.2020) hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei in Geseke einen Mann festgenommen, dem drei Anschläge auf fahrende Autos vorgeworfen werden. Ihm wird versuchte Tötung und Erpressung vorgeworfen.

Der mutmaßliche Steinewerfer aus Geseke hat die Taten gestanden, sich zu Details bisher aber nicht geäußert. Das teilte am Freitag (15.05.2020) die Staatsanwaltschaft Paderborn auf WDR-Anfrage mit.

Betonplatte von Autobahnbrücke geworfen 01:32 Min. Verfügbar bis 15.05.2021

Am 28.04.2020 war gegen vier Uhr morgens eine Betonplatte von einer Brücke auf die A44 zwischen Anröchte und Geseke gefallen. Der 30x30 Zentimeter große Klotz durchschlug die Windschutzscheibe auf der Beifahrerseite eines Sprinters. Hätte jemand auf dem Beifahrersitz gesessen, wäre er tot, so die Polizei.

Die Fahrerin kam mit einem Schock davon. Sie war mit 110 km/h auf der rechten Spur unterwegs gewesen.

Am 04. und 05.05.2020 folgten weitere Anschläge. Dabei wurden Steine auf eine Landstraße und auf die A33 geworfen, die offenbar fahrende Autos verfehlten. Auf der Autobahn wurden aber mehrere Autos beschädigt, als sie über den Stein fuhren.

Versuchte Erpressunng eines Autoherstellers?

Von der Festnahme unterrichtete Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag (14.05.2020) den Innenausschuss des Landtages. Die Polizei habe mit mehr als 100 Mitarbeitern und einer "breiten Palette" von Maßnahmen wie E-Mail- und Videoauswertung den Verdächtigen ausfindig gemacht. Ein Richter habe Haftbefehl erlassen.

Am Abend nach dem Betonplattenwurf auf die A44 habe der Tatverdächtige sich bei einem großen Autohersteller gemeldet und eine sechsstellige Summe gefordert, berichtet ein Privatsender. Es handele sich um einen 21-Jährigen.

Stand: 15.05.2020, 10:26