Lügde-Untersuchungsausschuss gestartet

U-Ausschuss Lügde nimmt Arbeit auf WDR aktuell 13.09.2019 00:27 Min. Verfügbar bis 20.09.2019 WDR

Lügde-Untersuchungsausschuss gestartet

  • Untersuchungsausschuss "Kindesmissbrauch" gestartet
  • Mögliche Fehler von Ämtern und Behörden im Fokus
  • Hoffen auf Empfehlungskatalog

Mit der Anhörung von vier Experten aus der Kinder- und Jugendhilfe hat der Parlamentarische Untersuchungsausschuss "Kindesmissbrauch" am Freitag (13.09.2019) seine Arbeit im Düsseldorfer Landtag aufgenommen.

Mögliche Fehler von Ämtern und Behörden im Fokus

Der Ausschuss wurde nach dem massenhaften Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde eingerichtet und soll mögliche Fehler bei Jugendämtern, Polizei, Justiz und Landesbehörden untersuchen. Der Ausschuss will zunächst klären, wie die Strukturen der Jugendhilfe in NRW und ihre Schnittstellen zur Polizei funktionieren

Hoffen auf Empfehlungskatalog

"Wir hoffen, dass wir am Ende einen Handlungsempfehlungskatalog haben, damit so etwas nicht wieder vorkommt", sagte der Ausschuss-Vorsitzende Andreas Kossiski (SPD) am Rande der Sitzung.

Die parlamentarische Aufarbeitung des Missbrauchsfalls von Lügde beginnt damit an demselben Tag, an dem das Urteil gegen die beiden Haupttäter Andreas V. und Mario S. rechtskräftig wurde. Auf einem Campingplatz im lippischen Lügde hatten die beiden Männer laut Urteil jahrelang in mehreren Hundert Fällen insgesamt 32 Kinder schwer sexuell missbraucht.

Jugendämter im Zuständigkeits-Dschungel?

Großen Raum nahmen die Erklärungen der Experten zu den komplexen Zuständigkeiten von Jugendämtern ein. So hatte das Jugendamt im niedersächsischen Hameln Andreas V. im nordrhein-westfälischen Lügde als Pflegevater für ein kleines Mädchen eingesetzt.

Ein Betreuungswechsel hin zum örtlichen Jugendamt fände - so die Experten - gesetzlich erst nach zwei Jahren statt. Das örtliche Jugendamt in Lippe hatte bereits erklärt, es hätte dem Vater die Pflegschaft nicht übergeben.

Stand: 13.09.2019, 18:37