Siegerländer Stahlwerker fordern Hilfe von der Politik

Lage der heimischen Stahlindustrie 02:40 Min. Verfügbar bis 02.10.2021

Siegerländer Stahlwerker fordern Hilfe von der Politik

Von Ulf Priester

Gewerkschaft und Betriebsräte sehen die Stahlindustrie im Siegerland in Gefahr. Am Europäischen Stahlaktionstages fordern sie Unterstützung von der Politik.

Die Betriebsräte von Thyssenkrupp in Kreuztal, den Deutschen Edelstahlwerken in Siegen und der SMS Group in Hilchenbach haben am Stahlaktionstag auf ihre schwierige Lage hingewiesen. Die Coronakrise habe alle hart getroffen.

Bei den Edelstahlwerken etwa waren noch im Juni sämtliche fast 1.200 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Inzwischen sind es noch rund 400.

Ungleicher Wettbewerb

Neben Corona sorgt die Stahlarbeiter der ungleiche Wettbewerb: In Deutschland gelten strenge Auflagen zum Arbeits- und Umweltschutz. Auflagen, die die Konkurrenz in China und Indien nicht hat und deshalb entsprechend günstiger produzieren kann.

Teurer "grüner Stahl"

Jürgen Mockenhaupt

Betriebsrat Mockenhaupt: Wir können grünen Stahl

Und die Auflagen werden verschärft. Angesichts der Klimakrise fordern Gesellschaft und Politik eine CO2-neutrale Produktion. "Diesen 'Grünen Stahl' könnten wir sofort produzieren", sagt Jürgen Mockenhaupt vom Betriebsrat der Edelstahlwerke, "aber die Mehrkosten wollen die Kunden nicht bezahlen."

Politik soll sich einschalten 

"Hier muss die Politik Anreize für die Stahlabnehmer schaffen", fordert Helmut Renk, Betriebsrats-Vorsitzende von Thyssenkrupp in Kreuztal. Andree Jorgella von der IG Metall Siegen fordert, nicht sauber produzierten Stahl mit einer Umwelt-Abgabe zu belegen.

Der Betriebsrat der SMS Group in Hilchenbach Tobias Tigges betonte, dass die heimische Stahlproduktion essentiell für die Entwicklung von Innovationen sei. Die SMS Group produziert mit ihren 2150 Mitarbeitern komplette Stahlwerke, die in die gesamte Welt exportiert werden.

Stand: 01.10.2020, 15:23