WDR 5-Stadtgespräch: Yvonne Gebauer diskutiert mit Schülern und Eltern

Moderatorin Judith Schulte-Loh im Radiostudio bei der Moderation.

WDR 5-Stadtgespräch: Yvonne Gebauer diskutiert mit Schülern und Eltern

Wie kann Schulbildung in der Corona-Pandemie aussehen? Darüber diskutierten im WDR 5-Stadtgespräch Schüler, Eltern und Zuhörerinnen mit NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer.

"Es ist für mich auch eine psychische Belastung. Manchmal bin ich so durch den Wind vom ganzen Distanzlernen, da weiß ich nicht mehr wo, wann, was, wie. Ich kann mich gar nicht mehr so richtig organisieren." Der zehnjährige Yassin meldete sich per Telefon bei den Diskussionsteilnehmern im WDR 5-Stadtgespräch und erzählte, wie ihm das Lernen unter Corona-Bedingungen zu schaffen machte.

"Wir müssen zusehen, dass wir nah bei den Kindern sind"

Wie Yassin geht es aktuell vielen Schülern und deshalb müssten die Kinder wieder in die Schule kommen, so Maxi Brautmeier-Ulrich vom bundesweiten Grundschulverband, die selbst Rektorin einer Grundschule ist. "Wir müssen zusehen, dass wir sehr nah bei den Kindern sind. Das ist schwierig, unter einen Hut zu bringen. Man muss immer abwägen: die psychologische Gesundheit der Schüler oder die Möglichkeit sich zu infizieren. Und da nehmen momentan die Kinder sehr arg Schaden."

Schülersprecherin fordert langfristige Planung

Ein erster Schritt könnte der Präsenzunterricht sein, der ab Montag startet - wenn auch nicht für alle. Zunächst starten die Grund- und Förderschulen mit Wechselunterricht. Für die älteren Schüler ab Jahrgangsstufe 5 wird bis auf Weiteres der Distanzunterricht fortgesetzt. Und die Schüler der Abschlussklassen können ab Montag alle wieder in den Präsenzunterricht.

Gela-Marie Heimann, Schülersprecherin am Gymnasium Theodorianum in Paderborn gab zu bedenken, dass man mit Blick auf den Unterricht jetzt endlich langfristig planen müsse. "Wir müssen Chancen sehen in diesen Tagen. Wir haben die Möglichkeit, individueller zu arbeiten und das Bildungssystem in Teilen zu reformieren. Warum werden diese Chancen nicht gesehen und wieso wurde nicht schon letztes Jahr alles langfristiger geplant? Der jetzige Abiturjahrgang hat vermutlich die größten Nachteile, weil deren Vorbereitung fiel in die Pandemie und es war abzusehen, dass es so weiter geht."

Gebauer: Abitur-Prüfungen sollen stattfinden

Die Abschlussprüfungen im Sommer beschäftigten die Diskussionsrunde. Schulministerin Yvonne Gebauer betonte mit Blick auf das Abitur: "Wir haben uns als Kultusministerkonferenz allesamt darauf verständigt, dass wir Abschlüsse auf der Grundlage von Prüfungen vergeben. Und ich werde nicht davon ausscheren, weil es am Ende des Tages bedeuten könnte, wenn wir so vorgehen würden, dass das Abitur nicht anerkannt werden würde."

Weniger Bildschirm-Zeit möglich?

Der zehnjährige Schüler Yassin sind die Abiturprüfungen noch weit entfernt. Er hat ganz konkrete Wünsche, wie seine Situation sich jetzt verbessern könnte. "Für mich sollte sich ändern, dass man weniger Bildschirm-Zeit hat. Dass man vielleicht eine Kurzbesprechung hat, Aufgaben bekommt und sich bei Fragen an den Lehrer wenden kann. Das wäre das System was ich am effektivsten finden würde."

Stadtgespräch aus Paderborn: Generation Corona: Schüler in Not

WDR 5 Stadtgespräch 18.02.2021 55:21 Min. Verfügbar bis 18.02.2022 WDR 5


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Stand: 19.02.2021, 17:25