Stadtgespräch in Bielefeld: Dieselfahrverbote – wie mobil sind wir noch?

Stadtgespräch in Bielefeld

Stadtgespräch in Bielefeld: Dieselfahrverbote – wie mobil sind wir noch?

  • Stadtgesprächteilnehmer wollen Verkehrswende
  • Frage nach Mobilität der Zukunft
  • Deutschland muss Vorreiter werden

„Es geht doch darum, die Luft sauber zu halten, und nicht strittige Grenzwerte einzuhalten!" Beim WDR 5-Stadtgespräch am Donnerstagabend (31.01.2019) mit rund 100 Besuchern ging es um ein neues Mobilitätskonzept für Bielefeld. Hier drohen Diesel-Fahrverbote. In der Bielefelder WissensWerkStadt machten viele Gäste deutlich, dass sie unbedingt eine Verkehrswende wollen.

Maßnahmen mit den Menschen - nicht gegen sie

Über Grenzwerte wurde kaum gestritten. Dass Stickoxide gefährlich sind und die Luftbelastung hoch ist, machte auf dem Podium auch Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium deutlich: „Die Maßnahmen müssen tatsächlich konsequent umgesetzt werden.“ Aber das müsse mit den Menschen geschehen und nicht gegen sie.

Vorreiter in EU werden

Vielen Besuchern des WDR-Stadtgesprächs geht das Umdenken zu langsam: „Wir müssen Vorreiter spielen. In der EU und der ganzen Welt. Wir müssen Technolgie voranbringen, wieder Zukunft machen in Deutschland“, forderte ein Lungenfacharzt die Verkehrswende.

Klagen über zu wenig Radwege

"Fridays for future"-Aktivistinnen diskutieren mit

In Kopenhagen würde der Radverkehr die Hälfte des Verkehrs ausmachen, hieß es. In Deutschland seien Radwege oft zu gefährlich, sagte Kerstin Haarmann, Vorsitzende des Verkehrsclub Deutschland (VCD): „Wann wird Radfahren sicher? Wenn innerstädtisch mindestens ein Drittel Radverkehr ist. Dann sind die Autos nämlich besonders aufmerksam.“ Schnell viele Radwege zu bauen, sei auch kompliziert, erläuterte Bielefelds Umweltdezernentin Anja Ritschel, es müsse lange mit der „Stadtgesellschaft“ diskutiert werden: „Da geht’s dann doch darum, kann der Radweg zugunsten von drei Parkplatz verschwenkt werden?

Einzelhändler auf Autos angewiesen

Dass eine Verkehrswende nötig ist, sei unbestritten: „Der Kfz-Bestand steigt und steigt. Und der steigt nicht proportional zur steigenden Bevökerung, sondern mehr“, erläuterte Bielefelds Umweltdezernentin Anja Ritschel

Auto unverzichtbar für Handel

Ohne Auto gehe es aber auch nicht, warnte Harald Grefe von der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen vehement: „Die Versorgung würde sehr schwer werden. Uns sagen die Einzelhändler in der Stadt, wir haben ein Problem, wenn wir hier nur noch Rad fördern und die Vierspurigkeit zurückdrängen. 30 Prozent des Umsatzes wird eben aus dem Umland heraus gemacht.“

Stadtgespräch aus Bielefeld: Dieselfahrverbot bald in Bielefeld?

WDR 5 Stadtgespräch 31.01.2019 55:53 Min. Verfügbar bis 31.01.2020 WDR 5

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Stand: 04.02.2019, 16:54

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