Stadt Siegen haftbar für Schäden durch Großbrand?

Brandschaden unter der Siegener Stadtautobahn vor vier Jahren

Stadt Siegen haftbar für Schäden durch Großbrand?

Zum Großbrand unter der Siegener Stadtautobahn in 2017 wird am Landgericht Siegen eine Schadensersatzklage verhandelt.

Der Kläger wirft der Stadt vor, dass sie dem Abschlepp- und Autoverwertungsbetrieb, von dem der Brand ausging, nicht hätte genehmigen dürfen. Jedenfalls nicht ohne eine Brandschutzmauer zu den benachbarten Hallen.

KFZ-Tank mit Akku-Schrauber angebohrt

Großbrand unter der Siegener Stadtautobahn vor vier Jahren

Ein Mitarbeiter des KFZ-Betriebs hatte ein Loch in den Tank eines Autos gebohrt. Dabei hat sich das Benzin entzündet und der Tank ist explodiert. Sehr schnell ist das Feuer auf die benachbarten Hallen übergesprungen.

Hochwertige Fahrzeuge in Nachbarhallen verbrannt

In der von dem Geschädigten gemieteten Halle verbrannten ein Oldtimer, ein Motorrad, ein Wohnmobil, ein Motorboot samt Anhänger, ein Gabelstapler und das gesamte Inventar der Werkstatt. Das Wohnmobil und das Motorboot hat die Casco-Versicherung ersetzt. Der übrige Schaden beträgt rund 180.000 Euro.

Vergeblich Schadensersatz vom Brandverursacher gefordert

Brandschaden unter der Siegener Stadtautobahn vor vier Jahren

Alle Versuche, den Schaden beim Brandverursacher geltend zu machen, sind gescheitert. Die Betriebshaftpflicht des Berge- und Abschleppunternehmens zahlt nicht, weil zwar das Unterstellen von Fahrzeugen versichert war, nicht aber das Auseinandernehmen der Autos. Der Geschäftsführer des Betriebs ist untergetaucht.

Stadt soll für genehmigte Nutzungsänderung haften

Die Stadt Siegen hatte 2004 die Nutzungsänderung des Betriebes für das Auseinandernehmen von Fahrzeugen genehmigt, ohne eine Brandschutzmauer zu verlangen. Das Gericht wir nun prüfen, ob so eine Brandschutzmauer das Überspringen des Feuers verhindert hätte. Ein Urteil wird frühestens in einem Jahr erwartet.

Stand: 21.07.2021, 08:19