Spinnen-Nachwuchs im Allwetterzoo Münster

Spinne in einem Gefäß.

Spinnen-Nachwuchs im Allwetterzoo Münster

Einige hundert kleine Spinnen-Babys der Deserta-Tarantel sind im Zoo Münster geschlüpft. Ein Zuchterfolg für den Zoo, auch wenn die Kleinen wohl eher nicht die neue Besucher Attraktion sein werden.

Sie heißt Gertrud und Tarantel Gertrud hat momentan einige hundert sogenannte Spiderlinge auf ihrem Rücken, kleine Spinnen-Babys. Gertrud ist momentan der heimliche Star hinter den Kulissen des Allwetterzoos in Münster.

Spinnen-Kinderstube ohne Besucher

Philipp Wagner im IZS vor der Aufzuchtstation für Schildkröten

Dr. Philipp Wagner, Kurator für Forschung und Artenschutz am Zoo Münster

Die Kinder-Spinnen-Schar um Gertrud ist bewusst nicht in der Ausstellung zu sehen. Die Spinnen-Kinderstube bleibt ohne Stress und Besucher. Ein neuer Publikumsmagnet ist die große Tarantel aber wahrscheinlich eh nicht. Das ist auch auch Philipp Wagner bewusst, Kurator für Forschung und Artenschutz am Allwetterzoo Münster. "Obwohl, Spinnen sind ja auch Tiere wo Faszination und Ekel bei vielen Menschen zusammentrifft. Für mich ist das jedenfalls wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk."

Artenschutz für bedrohte Spinnen

Denn ihm und den Zoos in Münster, Köln und Stuttgart geht es vor allem Artenschutz. Denn die Deserta-Tarantel, die als größte Wolfsspinne der Welt gilt, kommt nur auf der kleinen portugisischen Atlantikinsel Deserta Grande bei Madeira vor. Durch die Zerstörung ihres Lebensraums und invasive Arten ist sie stark bedroht. Laut Zoo leben nur noch etwa 4000 Tiere auf Deserta Grande, was für eine Spinnenart sehr wenig sei. "Die Nachzucht dieser Spinne ist ein wichtiger Baustein, wenn wir diese wohl bedrohteste Spinnenart Europas retten wollen", sagt Philipp Wagner.

Viel Aufwand für Tierpfleger

Spinne in einem Gefäß Nahaufnahme.

Die Deserta-Taranteln gelten als extrem gefährdete Art

Dass die Spiderlinge dafür jetzt erst mal größer werden müssen ist den Tierpflegern im Zoo jetzt schon bewusst. "Ich habe meinem Team da schon was angetan", sagt Philipp Wagner mit Blick auf die hunderten kleinen Spinnen-Tiere, die auf dem Rücken ihrer Mutter herumwuseln. "Das wird echt Aufwand, die zu pflegen und zu füttern, aber alle begeistern sich dafür."

Spiderlinge wachsen schnell

So richtig los geht die Arbeit für das Team im Zoo aber auch erst in ein paar Tagen - dann bekommen die Spiderlinge alle ihre eigene kleine Box und ihr eigenes Futter. Zu Beginn wachsen die kleinen Spinnen laut Wagner relativ schnell, und sobald sie dann in etwa groß wie ein Daumennagel sind geht es vielleicht weiter in den nächsten Zoo - als Teil des Spinnen-Zuchtprogramms. Philipp Wagner würde es freuen, sagt er: "Die unscheinbaren Tiere müssen in den Vordergrund."

Stand: 02.12.2021, 14:59