Unternehmen aus Lichtenau sammelt und verteilt Spielzeug

Gundula Wielage steht inmitten tausender Spielzeuge

Unternehmen aus Lichtenau sammelt und verteilt Spielzeug

Von Victor Fritzen

  • Firma "Stoffwelten" sammelt Spielzeug-Spenden
  • Aufruf vor Weihnachten stößt auf großes Echo
  • Spielzeug für Frauenhäuser und Kinderhospize

Mehr als drei Milliarden Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Spielzeug aus, das meiste davon vor Weihnachten. Nicht selten landen die Eisenbahn oder die Puppe aber schnell in der Ecke oder werden aussortiert, da die Kinder älter werden. Doch wohin mit dem Spielzeug? Eine Idee kommt aus Lichtenau (Kreis Paderborn).

Dort hatte das Unternehmer-Ehepaar Wielage nach Weihnachten aufgerufen, Kinderzimmer und Keller zu entrümpeln und ihm nicht (mehr) genutzte Puzzles, Kuscheltiere oder Spiele zu schicken. Mit überwältigender Resonanz: Seit Ende Dezember kamen mehr als 2000 Pakete in Lichtenau an, teilweise ganze Bulli-Ladungen.

Spende für das Jugenddorf Petrus Damian in Warburg

"Wir hatten eigentlich nur mit 100 bis 200 Paketen gerechnet. Aber das ist großartig. Obwohl das auch zeigt, in welchem Überfluss wir leben", sagt Gundula Wielage, die die Idee zusammen mit ihrem Mann Gunter hatte. Teilweise seien die Spielzeuge noch original verpackt.

Am Montag (13.01.2020) übergab Gundula Wielage die ersten Spenden an das Jugenddorf Petrus Damian in Warburg, eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. "Das ist ja wie Weihnachten und Ostern an einem Tag! Hier werden die Sachen dringend gebraucht", freut sich die pädagogische Leiterin Jessica Scholle.

Immer mehr Plastik und Konsum für Kinder?

WDR 5 Politikum - Kommentar 03.12.2019 02:41 Min. Verfügbar bis 02.12.2020 WDR 5

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Auch Kinder in Frauenhäusern, Hospizen, Krankenhäusern und Heimen sollen in den kommenden Monaten mit den gespendeten Spielzeugen bedacht werden. Dr. Julia Höke von an der Katholischen Hochschule Paderborn begrüßt die Aktion und hofft, dass sie Schule macht.

Expertin begrüßt die Aktion

Denn: "Die Materialien sind oft lange haltbar und gut. Warum soll dann nicht ein anderes Kind damit glücklich werden?" Auch für Kinder sei es wichtig, die Erfahrung des Teilens zu machen. Dieses „Gespür entwickeln“ hänge davon ab, "ob ich das mit dem Kind auch thematisiere"

Wenn sie sehe, wie viele Spielzeuge abgegeben werden, teilweise sogar noch verpackt, freue sie sich, wenn die Kinder dadurch ein Gespür für nachhaltigen Konsum bekommen. Als positives Beispiel nennt Dr. Julia Höke unter anderem Kleiderbörsen für Babys und Kinder. "Warum soll das nicht auch mit Spielzeugen klappen?"

Überschüttet mit Spielzeug

Zudem hat sie einen Rat an Eltern, Verwandte und Freunde: "Weniger ist manchmal mehr." Sowohl in den Kindertagesstätten als auch zuhause würden Kinder mithin regelrecht überschüttet mit Spielzeug. "Kinder brauchen Zeit und Raum, um sich auch mal auf eine Sache einzulassen - aber auch Erwachsene, die auf das Kind eingehen."

Spielzeugspenden nach Weihnachten Lokalzeit OWL 13.01.2020 Verfügbar bis 20.01.2020 WDR Von Theo Knepper

Stand: 13.01.2020, 16:30