Wer übernimmt NRW-Casinos?

Wer übernimmt NRW-Casinos?

  • Vier Casinos könnten verkauft werden
  • Gauselmann zeigt Interesse
  • Expansion in NRW möglich

Die Spielbank Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke soll im Paket mit den übrigen drei landeseigenen Casinos verkauft werden. Das geht aus einem Gesetzesentwurf der NRW-Landesregierung zur Privatisierung der Spielbanken hervor. Der Entwurf ist nach Angaben des Innenministeriums am Dienstagabend (10.09.2019) vom Kabinett verabschiedet worden.

"Land soll nicht mehr mitmischen"

Bereits 2018 sagte NRW Finanzminister Lutz Lienenkämper zur geplanten Privatisierung der Spielbanken, weder eine Förderbank noch der Staat müssten an einem Roulette-Tisch sitzten. Sollte das Gesetz in Kraft treten, wäre es beispielsweise der Gauselmann-Gruppe möglich, in das NRW-Spielbankengeschäft einzusteigen.

Gauselmann hat Interesse

"Wenn sich die gesetzliche Grundlage in NRW ändert und es Ausschreibungen geben wird, beteiligen wird uns natürlich daran.", kündigte Firmenchef Paul Gauselmann Ende Augut an. Der Espelkamper Hersteller von Spielautomaten betreibt bereits zehn Casinos in drei Bundesländern. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro.

Neue Casino-Standorte möglich

Espelkamp, 02.10.2012. Sitz der Gauselmann Gruppe.

Nach Vorstellungen des Landes sollen die bisherigen Spielbanken in Dortmund, Duisburg, Aachen und Bad Oeynhausen erhalten bleiben und in die Hand eines Investors übergehen. Ihm soll außerdem erlaubt werden, zwei neue Casino-Standorte zu eröffnen.

Investoren aus ganz Europa denkbar

Für die Konzessionsvergabe ist eine europaweite Ausschreibung geplant. Bislang betreibt die landeseigene Gesellschaft Westspiel in NRW die vier Casinos. Derzeit wird Westspiel auf eine Privatisierung vorbereitet.

Stand: 11.09.2019, 12:52