Spedition mit A45 Problemen

04:04 Min. Verfügbar bis 10.02.2023

Große Probleme für Speditionen durch A45-Sperrung

Stand: 16.02.2022, 15:41 Uhr

Es ist ein Desaster für Spediteure: Die A45-Sperrung hat starken Einfluss auf ihre Arbeitsbedingungen. Die Nerven liegen blank. NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) sagte der Region derweil finanzielle Hilfen zu.

Täglich kämpfen die Speditionen im Großraum Lüdenscheid um ihre Aufträge. Die längeren Fahrtzeiten für Lkw rund um die gesperrte Rahmedetalbrücke haben sich längst herumgesprochen.

Stefan Blum beim LKW-Fahren

Lkw-Fahrer Stefan Blum

Die dadurch entstehenden höheren Kosten tragen die Speditionen teilweise selber, teilweise geben sie sie an die Kunden weiter. Mancher Kunde sucht sich dann eine andere Spedition. Das sorgt für Frust.

Stau auf der A45

Stau auf der A45

Es gibt bei Spediteuren aus Werdohl und Lüdenscheid bereits Überlegungen, den Dienstort zu verlegen. Jahrelange wirtschaftliche Schwierigkeiten können diese Unternehmen nicht verkraften.

Verkehrsministerin Brandes sagt der Region Hilfen zu

Inzwischen gibt es erste Signale aus der Politik: NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) hat der Region Hilfen zugesagt. Man setze alles daran, den belasteten Anwohnern und Unternehmen so zügig wie möglich zu helfen, betonte Brandes am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag.

Neben pragmatischen Lösungen für finanzielle Unterstützung übernehme der Bund etwa die Kosten für Straßenschäden, die durch Umleitungen verursacht werden. Bemühungen für zusätzlichen Personennahverkehr und mehr Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene laufen, berichtete Brandes.

Sorge um Mitarbeiter

Derweil ist die lange gesperrte Bundesstraße B236 von Werdohl über Altena nach Iserlohn wieder als Umleitung nutzbar – allerdings teilweise nur einspurig. Sie war vorher wegen massiver Schäden durch die Flutkatastrohe seit Juli 2021 gesperrt.

Zwei grüne LKW der Firma NBTK ULBRICH Transporte

Lkw der Firma NBTK ULBRICH

Die Lkw-Fahrer an sich sind eher entspannt hinter dem Steuer. Ein Stau ist für sie Berufsalltag. Den Termin- und Lieferdruck haben eher die Logistiker und Inhaber. Aber nach dem Job wollen auch die Berufskraftfahrer nicht mehr im Stau stehen.

Wo es früher nur wenige Minuten bis zum Arbeitgeber waren, also dem Standort des Lkw bei der Spedition, fahren manche Berufskraftfahrer nun erheblich länger. Wegen der Aussicht auf diesen Zustand über Jahre, gibt es schon Mitarbeiter, die sich nach einem anderen Job umschauen.

Die Spediteure selbst fühlen sich mitunter mehr als Psychologen, denn als Unternehmer. In täglichen Gesprächen halten sie Kunden und Mitarbeiter bei Laune, geben ihnen Hoffnung. Dabei sind sie selbst auf der Suche nach einer Perspektive, bis die A45 wieder befahrbar ist.