Die SPD auf der Suche nach sich selbst

Die SPD auf der Suche nach sich selbst

Schulz, Scholz, Nahles: Die SPD-Spitze wird kräftig durchgeschüttelt. Doch was hält man jenseits der Parteizentrale vom Kurs der Partei an der Basis in Bielefeld?

Als sich der SPD-Ortsverein Bielefeld am Dienstag (13.02.2018) gegen 18 Uhr trifft, ist die neueste Entwicklung an der Parteispitze noch nicht bekannt: In der Berliner Parteizentrale wird entschieden, dass Olaf Scholz die Partei kommissarisch leitet. Andrea Nahles wird für den Vorsitz vorgeschlagen. Geklärt werden soll die Personalie bei einem Sonderparteitag am 22. April.

Überraschend kommt die Nachricht aber nicht. Martin Wierzyk, 28 Jahre alt und Juso-Mitglied, hält es für "problematisch und undemokratisch", wenn Posten hin und her geschoben würden. "Das schadet der Partei."

Auch Nicht-Parteimitglieder diskutieren mit

SPD Mitglieder bei einer Veranstaltung

Lebhafte Diskussionen in Bielefeld

Auch für Klaus Kessler beruht die Entscheidung auf "Kungelei". Er hält es für "unerträglich, wenn ein Parteivorsitzender bestimmt, wer ihm nachfolgt". Der pensionierte Lehrer Kessler ist übrigens gar kein SPD-Mitglied. Doch die Genossen in Bielefeld haben ausdrücklich alle Bürger zu der Veranstaltung eingeladen.

SPD: Bielefelder Parteibasis zur Führungsdebatte

WDR 2 | 14.02.2018 | 03:12 Min.

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GroKo-Probeabstimmung endet mit knappem Nein

Zum Thema "GroKo" herrscht in Bielefeld Uneinigkeit. Eine Probeabstimmung endet mit einem knappen Nein. Viele der Anwesenden waren aber auch noch unentschieden.

Bernd Link hingegen ist sich sicher: Er wird für die "GroKo" stimmen. Und das, obwohl er der Partei ihre Hartz-IV-Reformen sehr übel genommen hat. Den aktuellen Koalitionsvertrag sieht er allerdings als "Instrument", mit dem man wichtige Parteiziele erreichen könne: etwa die Parität in der Krankenversicherung oder die Stärkung von Arbeitnehmerrechten.

Auch Heidemarie Schönrock-Beckmann will für die "GroKo" stimmen. Sie ist sich sicher: "Es ist eine Menge erreicht worden." Nun gelte es, sich kompromissfähig zu zeigen.

Der Juso Wierzyk hingegen beklagt die Ähnlichkeit der Volksparteien SPD und CDU sowie den fehlenden Dissens. "Wenn es ständig nur ein Gemeinsam gibt, wissen die Wähler irgendwann gar nicht mehr, ob eine Wahl überhaupt eine Veränderung bewirkt."

Stand: 14.02.2018, 08:32