Gütersloh: Miele will mehr als 100 Millionen Euro einsparen

Gütersloh: Miele will mehr als 100 Millionen Euro einsparen

  • Hausgerätehersteller Miele kündigt weltweit Sparmaßnahmen an
  • Traditionsunternehmen will wettbewerbsfähig bleiben
  • Unternehmensberater sollen Kosten prüfen

Der Gütersloher Hausgerätehersteller Miele will künftig kräftig sparen. Er hat am Donnerstag (08.11.2018) angekündigt, seine Kosten weltweit um deutlich mehr als 100 Millionen Euro senken zu wollen. Die Sparpläne sollen das Traditionsunternehmen wettbewerbsfähig halten.

Unternehmensberatung McKinsey beauftragt

Miele hat die Unternehmensberatung Mc Kinsey beauftragt, mögliche Sparpotentiale auszuloten. McKinsey ist für harte Sparvorschläge bekannt und war unter anderem bei der letztlich gescheiterten Sanierung der Baumarktkette Praktiker beteiligt.
Miele nannte das Vorhaben "unverzichtbar, um die Wettbewerbsfähigkeit an allen Standorten des Unternehmens im In- und Ausland zu sichern". Deshalb sollen die Unternehmensberater alle Strukturen und Prozesse der Miele-Gruppe weltweit durchleuchten. Im Geschäftsjahr 2016/17 hatte sie insgesamt mehr als vier Milliarden Euro umgesetzt.

Standorte Gütersloh und Bielefeld betroffen?

Sparmaßnahmen könnten auch die Miele-Werke Gütersloh und Bielefeld treffen. Weltweit hat das Familienunternehmen mehr als 20.000 Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte davon sind in Deutschland tätig.

Wirtschaftswissenschaftler: "McKinsey ruft Stirnrunzeln hervor"

Dr. Fred Becker, Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Personal und Unternehmensführung an der Universität Bielefeld, sieht die Beauftragung von McKinsey zwiegespalten: "Berater von Zeit zu Zeit hinzu zu nehmen, ist normalerweise sinnvoll, und sei es nur, um eine externe, kompetente Sicht zu erhalten. McKinsey verursacht aufgrund des Rufes allerdings schon ein Stirnrunzeln."

Stand: 08.11.2018, 13:49