Photovoltaik-Revolution aus Eslohe

04:06 Min. Verfügbar bis 13.05.2023

Solarzäune – eine Revolution für die Landwirtschaft

Stand: 12.05.2022, 19:05 Uhr

Clemens und Franz-Josef Wullenweber aus Eslohe setzen innovative Photovoltaikprojekte für die Landwirtschaft um. Nahe Bad Laasphe im benachbarten Hessen haben sie ihren ersten "Solarzaun" gebaut.

Clemens und Franz-Josef Wullenweber stehen stolz vor ihrem ersten landwirtschaftlichen Solarzaun. Der Zaun ist 200 Meter lang und steht an der Front eines Hühnerfreigeheges. "Wir sind sehr stolz. Die Innovation endlich ins Feld zu bringen und ausprobieren zu können, ist natürlich optimal."

Hochleistungsmodule erzeugen Strom von beiden Seiten

Bio-Landwirt Burkhard Klein strebt an, in Kombination mit den Dachmodulen seinen Biohühnerhof energieautark zu machen: "Wir sind ein ökologischer Betrieb und haben eben das Interesse, dass die Energie da produziert wird, wo sie auch genutzt wird.“

Dafür sind die PV-Module nicht wie bei Dachanlagen oder Solarparks schräg montiert, sondern senkrecht. Da sie von beiden Seiten Strom erzeugen können, sind sie zehn Prozent leistungsfähiger als vergleichbare Dachmodule.

Strompeaks morgens und nachmitags

Der Landwirt sieht außerdem den Vorteil, dass der nach Ost-/West ausgerichtete Solarzaun morgens und nachmittags den meisten Strom produziert. Genau dann, wenn die nach Süden ausgerichteten Dachanlagen weniger Strom liefern.

Vision: 500-Einwohnerdorf komplett mit Strom versorgen

Hühnerfreigehege mit Solarzaun

Auch innerhalb des Hühnerfreigeheges sind Solarzäune geplant

Außerdem bietet der Solarzaun seinen Hühnern auch Schatten. Deshalb plant er weitere Zäune auch innerhalb seiner Hühnerfreigehege, mit denen er seine Energie-Erzeugung vervielfachen will. Sein Ziel: So viel Strom zu erzeugen, dass sein Heimatdorf mit 500 Einwohnern autark wird.

Genehmigung für Agrar-Solarzäune in Hessen einfacher als in NRW

Clemens und Franz-Josef Wullenweber haben für ihre Agrar-Solarzäune auch Anfragen aus Nordrhein-Westfalen. Da ist die Umsetzung aber nicht so einfach wie in Hessen. "Für die Behörden ist das neu. Einige fordern eine Änderung des Flächennutzungsplans“, sagt Clemens Wullenweber und hofft auf eine künftig einfachere Reglung.