Soest: Kampf dem Krähenkot auf dem Schulhof

Saatkrähenkot an Schulen 03:17 Min. Verfügbar bis 22.03.2020

Soest: Kampf dem Krähenkot auf dem Schulhof

Von Elfie Schader

  • Eine der größten Saatkrähen-Kolonien
  • Vögel nur bei hygienischen Problemen vertreiben
  • Erstmals Nester an einer Schule zerstört

Die Stadt Soest geht wieder gegen Saatkrähen vor. Weil die Tiere geschützt sind, geht das nur mit Ausnahmegenehmigungen. Die gibt es 2019 für sechs Standorte, an denen die Vögel anfangen, Nester zu bauen. Erstmals ist auch eine Schule dabei.   

Auf dem Pausenhof der Hannah-Arendt-Gesamtschule in Soest steht eine stattliche Platane. Vergangenes Jahr fingen Saatkrähen an, darin Nester zu bauen und zu brüten.

Für Schulleiterin Kerstin Haferkemper ein Graus: "Die Schüler gehen auf dem Pausenhof spazieren und treten grundsätzlich in den Kot. Danach haben sie das unter den Schuhen und tragen womöglich Krankheitskeime in die Klassenräume." 

Krähenkot auf Schulrucksäcken 

Zwei Saatkrähen am Nest

1.500 Paare in Soest

Und nicht nur das. Schon oft liefen Lehrer und Schüler mit Kotflecken auf der Kleidung herum, und auch Schulrucksäcke wurden "bekleckert". "Das kriegt man nicht so schnell ab", berichtet ein Deutschlehrer. Er ärgert sich nicht nur über die Hinterlassenschaften der Tiere, sondern auch über ihren Lärm. Das laute Krähen führt im Sommer dazu, dass die Fenster geschlossen bleiben müssen. 

Krähen darf keine Feder gekrümmt werden 

Die Gärtner der Stadt holten vor kurzem fast zehn Nester aus der Platane. Um diese Prozedur genehmigt zu bekommen, musste Ulrich Günther, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt, bereits Monate vorher einen Antrag an den Kreis Soest stellen.

Saatkrähen stehen unter Schutz, ihnen darf keine Feder gekrümmt werden. Im Antrag musste Ulrich Günther erklären, dass an der Schule die Gesundheit von Menschen gefährdet sei. 

Ausnahmen nur für Schulen, Kitas, Cafés 

"An Schulen, auf Spielplätzen, an Kindergärten, an Eiscafés sind Ausnahmegenehmigungen vom eigentlichen Artenschutz möglich", so Günther. "Wir werden jetzt täglich Kontrolle fahren, um zu beobachten, ob in diesen Bäumen Nester gebaut werden, und den Nestbauversuch verhindern. Mit einem Hubwagen fahren wir dort hoch, und dann entfernen die Mitarbeiter diese Nestbauanfänge." 

Eine der größten Kolonien in NRW 

Das geschieht in diesem Jahr an sechs Standorten, insgesamt gibt es in Soest 25 Saatkrähen-Kolonien. Je früher man anfängt, den Nestbau im Frühling zu stören, desto eher verhindert man das Entstehen neuer Kolonien, lautet die Devise der Stadt Soest.

Aktuell sind es 1.565 Saatkrähenpaare, die in Soest leben. Das sind 13 Prozent aller Saatkrähen in NRW. Regelmäßig trifft man sich mit anderen NRW-Städten, die auch ein Saatkrähenproblem haben: Wesel, Minden, Holzwickede. Sie alle hoffen, dass die Gesetze rund um den Schutz der Saatkrähen irgendwann gelockert werden.

Stand: 22.03.2019, 14:30