Kreis Soest: Konkurrenzkampf um Notfallsanitäter

Rettungssanitäter, Aufschrift auf der Jacke "Rettungsdienst"

Kreis Soest: Konkurrenzkampf um Notfallsanitäter

Von Elfie Schader

  • Notfallsanitäter werden abgeworben
  • Berufsfeuerwehren im Ruhrgebiet bieten mehr Gehalt
  • Kreis Soest einer der ersten Ausbilder

Vor kurzem haben die ersten vier Absolventen ihre Ausbildung abgeschlossen – drei von ihnen wurden direkt abgeworben, sagt Hans-Peter Trilling. Er ist ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Soest: "Und wenn man dann merkt, dass die fertigen Kräfte nicht mehr da sind, dann ist das sehr sehr ärgerlich!"

Notfallsanitäter statt Rettungsassistent

Hans-Peter Trilling ist ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes beim Kreis Soest

Hans-Peter Trilling

Seit 2014 gibt es ein Gesetz, das den Rettungsassistenten zum Auslaufmodell erklärt. An seine Stelle soll der Notfallsanitäter rücken, ein dreijähriger, einheitlicher Ausbildungsberuf. Notfallsanitäter dürfen zum Beispiel Schmerzmittel verabreichen und damit den Notarzt entlasten. Der Kreis Soest war einer der ersten, der diese Ausbildung auf den Weg gebracht hat.

Ausbildung kostet über 100.000 Euro

Es sind zum Beispiel Berufsfeuerwehren im Ruhrgebiet, die die Fachkräfte abwerben. Sie bieten jungen Leuten mehr Geld und Aufstiegschancen. "Das ist nicht lustig für uns", sagt Trilling. Der Kreis Soest bemühe sich, die Arbeitsstelle auf dem Land attraktiv zu halten, fange extra früh mit der Ausbildung zum Notfallsanitäter an, und dann kämen andere, um die Früchte ohne eigenes Zutun zu ernten. Die Kosten für die Ausbildung zum Notfallsanitäter liegen bei über 100.000 Euro.

"In Südwestfalen wird nicht abgeworben"

Eine Lösung gebe es für die Misere auf absehbare Zeit nicht. Dass die Ausbildung in anderen Kreisen nur langsam in Gang komme, wirke schließlich noch lange nach. Letztendlich müssen bis 2027 alle Rettungsfahrzeuge mit einem Notfallsanitäter besetzt werden. Einziger Lichtblick sei ein Abkommen mit den fünf südwestfälischen Kreisen, sagt Hans-Peter Trilling. "Wir haben vereinbart, dass wir uns die Kräfte nicht gegenseitig abwerben."

Stand: 17.12.2019, 07:20