Süchtige Eltern: "Smily Kids" hilft im Kreis Olpe

Stand: 30.08.2021, 16:25 Uhr

Wenn Eltern alkoholkrank sind, leiden vor allem die Kinder darunter. Eine Frau aus dem Kreis Olpe hat sich vor 25 Jahren das Ziel gesetzt, ihr Leid zu lindern.

Von Anke Bösenberg

Christa Gattwinkel ist die Gründerin von "Smily Kids", einer Selbsthilfegruppe für Kinder von alkoholkranken Menschen in Lennestadt-Altenhundem. Der heute 79-Jährigen war aufgefallen, dass es eine Lücke im System der Selbsthilfegruppen gibt.

Angebote für alkoholkranke Menschen gab es zwar reichlich - nicht aber für deren Kinder. Das änderte Christa Gattwinkel vor 25 Jahren. Über 200 jungen Menschen hat sie seitdem mit den "Smily Kids" einen Raum gegeben, in dem betroffene Kinder geschützt über ihre Probleme sprechen können.

Die Oma trinkt, die Enkelin fühlt sich schuldig

Fast von Beginn an dabei ist Franziska Kober. Mit sechs Jahren kam sie zu den "Smily Kids", weil ihre Großmutter trank, bei der sie aufwuchs. Ohnmacht und Schuldgefühle kamen in ihr hoch. Sie zog sich im Kindergarten immer mehr zurück. Und sie hatte als Kind davor Angst, dass sie selbst Alkoholikerin werden könnte.

Bei den "Smily Kids" hat Franziska gesehen, dass sie nicht das einzige Kind aus suchtbelasteten Familien ist. Das hat ihr Halt gegeben. "Durch die 'Smily Kids' habe ich gelernt, dass ich nicht die Schuld daran habe, dass meine Oma trinkt", sagt Franziska Kober. "Die 'Smily Kids' haben mich stark gemacht."

Auch Eltern treffen sich

Einmal im Monat treffen sich die "Smily Kids". Die alkoholkranken Eltern treffen sich parallel in einem anderen Raum. Die "Smily Kids" gibt es bisher in Lennestadt-Altenhundem, Olpe, Dortmund, Meschede sowie im ukrainischen Stara Huta.