Uni Siegen mit Hightech gegen Hochwasser

Hochwasser in der Siegener Innenstadt

Uni Siegen mit Hightech gegen Hochwasser

  • Hightech-Projekt an der Uni Siegen
  • Vorhersage von Starkregen-Auswirkungen
  • Wechselwirkung von Pegeln und Kanälen

Hochwasser, Starkregen, geflutete Straßen und Keller, einstürzende Dächer – solche Bilder sind im Frühsommer fast Normalität geworden. Höchste Zeit, zu schauen, wie man extreme Wetterlagen in den Griff bekommt. Das hat man sich an der Siegener Uni schon vor zwei Jahren gedacht und ein Projekt zur Hochwassererforschung gestartet.

"Bundesweit einmalig" - so schätzt Wasserbauprofessor Jürgen Jensen seine aktuelle Forschung ein. Im Auftrag des stadteigenen Siegener Entsorgungsbetriebes soll er mit seinem Team bis 2020 eine Computer-Simulation entwickeln, die die Auswirkungen von Starkregen präzise vorhersagen kann. Doch was ist so neu daran?

"Wir untersuchen erstmals, wie steigende Flusspegel und eine überlastete Kanalisation sich gegenseitig beeinflussen", so Jensen. Dafür wurde eine Geländekarte der Stadt Siegen akribisch in ein Raster von 960 Millionen Punkten aufgeteilt. In diesem Modell können verschiedene Regenmengen simuliert und ihre Auswirkungen auf die Hochwassersituation nachvollzogen werden.

Platz an den Ufern schaffen

Computer-Simulation eines Starkregens

Computer-Simulation eines Starkregens

Doch wie können Städte wie Siegen drohende Hochwasser effektiv abwehren? Viele Möglichkeiten sind bereits bekannt und erprobt. "Flüsse und Bäche gehören nicht künstliche Röhren, sondern brauchen unbebauten Platz an ihren Ufern, um steigende Pegel ausgleichen zu können", so Jensen.

Erste Erfolge zeigt nach Ansicht der Siegener Feuerwehr bereits die Neugestaltung der Sieg in der Innenstadt. Seitdem sei die Zahl der Hochwassereinsätze deutlich zurückgegangen, so Feuerwehrchef Matthias Ebertz.

Gullys frei halten

Auch Kleinigkeiten wie das penible Freihalten und Reinigen von Gullys sind wichtig. "Da engagiert sich die Stadt Siegen jetzt schon deutlich stärker als andere Kommunen", so Jensen. Das Grundgerüst seines Simulationsmodells steht bereits. Jetzt muss es mit Daten gefüttert und feinjustiert werden.

Stand: 13.06.2018, 06:58