Weitere Details zur Flucht aus JVA Werl

Außenansicht der JVA in Werl mit Stacheldraht auf Mauer

Weitere Details zur Flucht aus JVA Werl

  • NRW-Justizminister legt Bericht vor
  • Mann floh bei begleitetem Ausgang
  • 31-Jähriger weiter auf der Flucht

Der 31-Jährige war am 22.03.2019 in Bad Salzuflen entkommen, als er – begleitet von zwei JVA-Beamten – seine Eltern besuchte. In einem Bericht für den Landtag schilderte das NRW-Justizministerium Einzelheiten über die Flucht des Mannes. Er wurde am Mittwoch (27.03.2019) im Rechtsausschuss diskutiert.

Laut Bericht wurde der Mann, der in Sicherheitsverwahrung war, zunächst von zwei Beamten durchs Stadtgebiet begleitet. Die Eltern des 31-Jährigen seien dabei gewesen. Dann habe man in der Wohnung der Eltern gemeinsam zu Mittag gegessen. Kurz vor der Rückfahrt in die JVA Werl habe sich der 31-Jährige im Badezimmer eingeschlossen, sei durchs Fenster entkommen und wahrscheinlich mit dem Auto seiner Eltern geflüchtet.

Warum war der 31-Jährige nicht gefesselt?

Grundsätzlich hätten Menschen in Sicherheitsverwahrung Anspruch auf vier Ausführungen pro Jahr - also begleitete Ausflüge außerhalb der JVA. So erklärt es der Bericht des Justizministeriums. Dies diene "der Erhaltung der Lebenstüchtigkeit", der Förderung therapeutischer Behandlungen und der Vorbereitung weiterer "vollzugsöffnender Maßnahmen". All das könne besser erreicht werden, wenn die Person nicht gefesselt ist, weil er ja sonst sofort als Gefangener identifiziert wird.

Man habe zwischen zwei Interessen abwägen müssen. Dem Sicherheitsbedürfnis der Allgemeinheit auf der einen Seite und dem Resozialisierungsinteresse des Untergebrachten auf der anderen Seite. Bei dem nun Flüchtigen entschied man sich, nach drei Ausführungen, bei denen er gefesselt war, ihn erstmals ungefesselt zu lassen.

Mann ist immer noch auf der Flucht

Geprüft wird nun, ob die beiden JVA-Bediensteten ihre Dienstaufsichtspflicht verletzt haben. Und ob es richtig war, dass der Geflohene seine Eltern erstmals ohne Hand- und Fußfesseln besuchen durfte. Der Flüchtige war seit dem 20.03.2018 in der Sicherungsverwahrung der JVA Werl und seit Mai 2018 in der sozialtherpeutischen Abteilung der Anstalt.

Der Mann ist immer noch auf der Flucht. Allerdings sind nach Angaben der Polizei Bielefeld über das Wochenende viele Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Eine heiße Spur war nach WDR-Informationen aber noch nicht dabei.

Stand: 27.03.2019, 12:20