Städte planen für Sicherheit auf Weihnachtsmärkten

Städte planen für Sicherheit auf Weihnachtsmärkten

  • Vorsorge vor Terrorattacken
  • Zufahrten werden blockiert
  • Mehr Polizeipräsenz geplant

Viele Städte in Nordrhein-Westfalen setzen derzeit Sicherheitskonzepte zum Schutz ihrer Weihnachtsmärkte um. Damit sollen Anschläge wie vor einem Jahr in Berlin verhindert werden. Konkrete Vorgaben, zum Beispiel seitens des Innenministeriums, gibt es zwar nicht. Aber in allen Großstädten in NRW wird deutlich mehr Aufwand betrieben als in den Vorjahren.

Auch die Stadt Hagen hat ein umfangreiches Konzept erstellt. Was auf dem Hagener Weihnachtsmarkt zuerst auffallen dürfte, werden die großen Wassertanks sein. Sie werden an den Straßen rund um den Weihnachtsmarkt aufgestellt. Sie fassen jeweils rund 1.000 Liter Wasser und sollen damit Angriffe durch Lastwagen abwehren.

Hochsicherheitszone Weihnachtsmarkt

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 20.11.2017 | 03:32 Min.

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Um die weihnachtliche Stimmung nicht zu trüben, sehen die Tanks aus wie große Weihnachtsgeschenke mit Schleife drum. Geschmückte Wassertanks sind auch für den Duisburger Weihnachtsmarkt vorgesehen. Es sind zudem deutlich mehr Sicherheitsleute und Polizisten im Einsatz, in Duisburg wurde die Zahl der privaten Sicherheitskräfte verdoppelt.

In Essen sind schwere Betonpoller mit einem Seil verbunden, sodass ein LKW sich darin verheddern würde. Auch viele andere Städte wie Mönchengladbach und Düsseldorf setzen auf diese Poller. Kritiker bezweifeln aber, dass die bei einem Anschlag auch wirklich Schutz bieten.

Münster setzt auf Lkw und Busse

In Münster sollen bestimmte Straßen rund um die insgesamt fünf Weihnachtsmärkte wieder mit großen Lkw und Bussen abgeriegelt werden. Ab 2018 sind dann versenkbare Poller geplant.

Sperren werden ausgeweitet

Ein Reisebus versperrt die Zufahrt zu einer Fußgängerzone

Busblockade vor der Fußgängerzone in Münster

Vorerst sollen die Sperren ausgeweitet werden: "Wir überlegen zur Zeit, über Autovermietungen bzw. Busunternehmen die Fahrzeuge zu beschaffen. Und über verschiedene Sicherheitsfirmen die Fahrer. Das aber gestaltet sich im Moment noch schwierig", sagt Michael Thomas vom Ordnungsamt in Münster.

Abriegelung mit Polizeifahrzeugen

Andere Städte stehen vor denselben Problemen. Der Kölner Weihnachtsmarkt am Dom, der größte in der Stadt, hat es dabei noch vergleichsweise leicht. "Es gibt wegen der Domplatte nur zwei Zuwegungen, die abgeriegelt werden müssen. Und das machen wir wieder mit Polizei-Fahrzeugen," sagt eine Sprecherin des Weihnachtsmarktes.

Mehr Security geplant

Sperren sind im Sicherheitsdenken sowieso nur das eine, das andere ist die Präsenz der Sicherheitskräfte. Dabei geht es nicht nur um Polizeibeamte. Kaum ein Weihnachtsmarkt kommt mittlerweile ohne eigene Security aus. In Köln und Duisburg wird die beispielsweise in diesem Jahr verstärkt.

In Münster werden im gesamten Dezember mehr Polizeibeamte auf Straßen und Plätzen patrouillieren - in Uniform, aber auch in Zivil. Schöner Nebeneffekt: Die Polizei-Präsenz sorgte im letzten Jahr dafür, dass weniger Taschendiebstähle passierten und der Handy-Klau abnahm.

Stand: 20.11.2017, 12:08