Bistum Münster verschärft Kampf gegen Missbrauch

Foto eines Mannes, der in die Kamera blickt

Bistum Münster verschärft Kampf gegen Missbrauch

  • Diözese schafft neue Stelle
  • Jurist koordiniert Aufarbeitung
  • Bindeglied zur Staatsanwaltschaft

Das Bistum Münster hat seit Montag (01.04.2019) einen Interventionsbeauftragten: Der Jurist Peter Frings soll die Aufarbeitung möglicher Fälle von sexuellem Missbrauch organisieren.

Jurist soll die Aufarbeitung koordinieren

Der 60-Jährige soll Verdachtsfällen nachgehen, die nötigen Schritte innerhalb des Bistums koordinieren und unter anderem die Kontakte zur Staatsanwaltschaft herstellen. Der Rechtsanwalt war zuvor fast 20 Jahre als Justiziar des Caritasverbandes für die Diözese Münster tätig.

450 mutmaßliche Missbrauchsfälle im Bistum

Die katholische Kirche hatte im September 2018 eine Studie zu sexuellem Missbrauch in ihren deutschen Diözesen vorgestellt. Allein im Bistum Münster waren demnach in den Jahren 1946 bis 2014 450 junge Menschen missbraucht worden. Die Taten sollen 138 Geistliche, meist Priester, begangen haben.

Im November 2019 hatte das Bistum eingestanden, dass der 2013 verstorbene Bischof Reinhard Lettmann in seiner Zeit als Generalvikar einen vorbestraften pädophilen Priester versetzt und damit weitere Missbrauchsfälle möglich gemacht hatte.

Stand: 01.04.2019, 11:14