Ein Tornado der Luftwaffe beim Start im Gegenlicht [ARCHIV]

Kampfjets über der Senne: Schießübungen vorerst abgesagt

Stand: 11.10.2021, 15:39 Uhr

Ab Montag sollten Tornado-Kampfjets der Bundeswehr in OWL über dem Truppenübungsplatz der britischen Armee Tiefflüge üben - doch das Wetter macht einen Strich durch die Rechnung.

Eigentlich sollten die Jets bereits am Montagmittag in die Luft steigen. Wegen schlechten Wetters und Nebel wurde die Übungseinheit laut einem britischen Armee-Sprecher aber abgesagt.

Scharfe Munition bei Übungsflügen

Die Soldatinnen und Soldaten üben Tiefflüge. Dabei sollen sie unter anderem lernen, feindliche Ziele am Boden zu identifizieren und auszuschalten. Dabei wird auch mit scharfer Munition geschossen. In den kommenden Tagen sollen die Flüge in der Mittagszeit für rund eineinhalb Stunden stattfinden. Die Übung geht noch zwei Wochen.

Kriege zunehmend aus der Luft

Die Bundeswehr-Luftwaffe beteiligt sich an einer Großübung der britischen Armee, die bereits länger läuft. Sie hilft mit ihren Kampfjets aus, weil die britische Armee hier keine eigenen besitzt.

Britische Hubschrauber werden über der Senne zukünftig wohl Ähnliches üben. Der Pressesprecher der Britischen Armee in Deutschland, Mike Whitehurst, teilte dem WDR auf Anfrage mit, damit würden sich Soldaten darauf vorbereiten, dass Kriege und Konflikte auch zunehmend in der Luft stattfänden.

Kritik der Bürgerinitiative Schlangen 4.0

Die Anwohner sehen die angekündigten verstärkten Tiefflugmanöver über dem Gelände kritisch. Es sei eine ganz neue Qualität des militärischen Übungsbetriebs, sagt Henning Schwarze von der Bürgerinitiative Schlangen 4.0.

"Gestörte Nachtruhe, sinkende Immobilienpreise"

"Das würde eine ganz neue Form von Lärm für die Anwohner bedeuten und ein Verlust von Lebensqualität. Man denke nur an gestörte Nachtruhe, sinkende Immobilienpreise etc.. Das hat Einfluss auf die gesamte Region und da muss man natürlich schnellstens sehen, dass man Transparenz in die Geschichte und mehr über die Pläne der britischen Armee in Erfahrung bringt."

Kreis Lippe nicht informiert

Die britische Armee habe den Kreis Lippe bisher nicht darüber informiert, so die Verwaltung. Die neuen Pläne seien eher durch Zufall bekannt geworden, wegen eines Genehmigungsverfahrens für Windkraftanlagen nahe der Senne, teilte die Kreisverwaltung mit.

Lippes Landrat: Lärmschutz einhalten und Anwohner infomieren

Lippes Landrat Axel Lehmann fordert von der britischen Armee, sie müsse bei Flugübungen den Lärmschutz einhalten und außerdem offen sagen, was auf die Anwohner der Senne zukomme.

Streitkräfte gegen Windräder auf der Gauseköte

Gleichzeitig gab der Kreis Lippe bekannt, dass sich die britische Armee gegen den Bau von 13 Windkraftanlagen in der Nähe des Truppenübungsgebietes Senne, entlang der Gauseköte, ausspricht.

Senne als Drehpunkt für Nato-Ausbildungsflüge

Marcel Welsing vom Windkraftanlagen-Unternehmen WestfalenWind zeigte sich überrascht davon. Laut einer ihm vorliegenden Stellungnahme sei von den Briten vorgesehen, den Truppenübungsplatz Senne zu einem "Drehpunkt für Nato-Ausbildungsflüge und Nato-Manöver zu machen", sagte er dem WDR.

Briten wollen sich erst nach Genehmigungsverfahren äußern

Ob der Bau dieser Windkraftanlagen die Tiefflug-Übungen gefährden könnte, ist bisher nicht bekannt. Die Britischen Streitkräfte wollen sich hierzu erst äußern, wenn das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist.

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