Seniorin heimlich gefilmt: Verfahren gegen Pflegekräfte eingestellt

Die Seniorenresidenz Lenzinghausen in Spenge von außen

Seniorin heimlich gefilmt: Verfahren gegen Pflegekräfte eingestellt

In einer Seniorenresidenz in Spenge im Kreis Herford haben Angestellte eine Heimbewohnerin bei der Pflege gefilmt und das Video verbreitet. Das Amtsgericht Herford hat das Verfahren eingestellt.

Die zwei Pflegerinnen, die in der Seniorenresidenz Lenzinghausen die Bewohnerin bei der Pflege gefilmt haben, gehen straffrei aus. Das Amtsgericht Herford hat das Verfahren im Februar 2021 gegen eine Geldbuße eingestellt, teilt Bernd Kahre, Direktor des Amtsgerichts, auf WDR-Anfrage mit. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte im November 2020 Anklage erhoben.

Wie erst jetzt bekannt wurde, passierte der - laut Betreiber - "Einzelfall" schon vor rund einem Jahr. Zuerst hatte die "Neue Westfälische" Tageszeitung über den Fall berichtet. Die Seniorenresidenz im Spenger Ortsteil Lenzinghausen gehört zur Medicare-Gruppe.

Sprecher: "Ja, es hat ein Video gegeben"

Auf dem Video soll auch der Intimbereich der Bewohnerin zu sehen sein. Dies konnte der zuständige Sprecher der Medicare-Gruppe auf WDR-Anfrage nicht bestätigen, räumte aber ein, dass es ein Video gegeben habe.

Eigentlich seien Handys am Arbeitsplatz verboten. Nach dem Vorfall habe es erneut Schulungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeben, auch in Bezug auf Persönlichkeitsrechte.

Heimleitung entlässt zwei Angestellte

Die Heimleitung habe nach dem Vorfall sofort zwei Angestellte fristlos entlassen und die Angehörigen der Bewohnerin sowie die Heimkontrollinstanz beim Kreis Herford informiert.

Andere Medicare-Einrichtung ebenfalls in den Schlagzeilen

Erst vor Kurzem hatte eine andere Medicare-Senioreneinrichtung in Ostwestfalen-Lippe für Schlagzeilen gesorgt. In einer Residenz in Bad Salzuflen hatte sich eine Bewohnerin in ihrem Zimmer tödliche Brandverletzungen zugezogen.

Stand: 13.08.2021, 15:00