Tierschutz: Steinfurter Bauer muss Schweine abgeben

Jungsauen stehen in einem Stall

Tierschutz: Steinfurter Bauer muss Schweine abgeben

  • Gericht bestätigt Anordnung des Kreises
  • Mängel seit 2016 nicht behoben
  • Betrieb soll nun abgewickelt werden

Wegen mangelnden Tierschutzes muss ein Landwirt aus dem Kreis Steinfurt seine Schweine abgeben. Das Verwaltungsgericht Münster bestätigte mit seinem am Freitag (24.01.2020) veröffentlichten Beschluss die Anordnung des Kreises Steinfurt, die Schweinezucht einzustellen. Mit einem Eilantrag hatte der Landwirt versucht, dies noch zu verhindern.

Kranke Tiere nicht behandelt, Ställe überbelegt

Der Kreis hatte argumentiert: Bereits im Jahr 2016 seien in den Betriebsstandorten des Landwirts in den Kreisen Steinfurt und Coesfeld Verstöße festgestellt worden. Nach Beobachtung der Veterinäre waren die Ställe überbelegt, für kranke und verletzte Tiere habe es keine gesonderten Ställe gegeben, auch seien diese Tier nicht vom einem Tierarzt behandelt worden. Trotz verschiedener Anordnungen, Bußgeld- und Strafverfahren seien die Mängel nicht abgestellt worden.

Kreis zieht Notbremse

Im November 2019 zog der Kreis Steinfurt die Notbremse und ordnete ein sofortiges Haltungsverbot an, das das Gericht nun bestätigte: Der Mann habe weder - wie gefordert - seinen Bestand aufgelöst noch eine zuverlässige und sachkundige Betriebsleitung bestellt. Seine Ehefrau, die die Schweinehaltung angeblich übernommen habe, sei lediglich als "Strohfrau" vorgeschoben worden, meint das Gericht. Der vom Landwirt eingestellte Betriebsleiter sei zudem nicht hinreichend qualifiziert und habe auch nicht unabhängig handeln können. Gegen den Beschluss kann der Bauer noch Beschwerde einlegen.

Keine Angaben zur Zahl der Tiere

Wieviele Tiere er bislang hielt, konnten das Gericht und die Steinfurter Kreisverwaltung am Freitag nicht genau sagen. Das Gericht sprach von mehreren hundert Ferkeln und Zuchtsauen. Ein vom Steinfurter Kreis-Veterinäramt bestellter Fachmann soll den Betrieb nun abwickeln.

Stand: 24.01.2020, 15:12