Schwanger im Lockdown: Corona dämpft Vorfreude aufs Baby

Eine hochschwangere Frau sitzt im Schneidersitz und hält sich einen Mundschutz vor den entblößten Bauch

Schwanger im Lockdown: Corona dämpft Vorfreude aufs Baby

Kathrin Schürholz aus Olpe erwartet im März ihr zweites Kind. Im Interview erzählt Kathrin, was es für sie bedeutet, im Lockdown schwanger zu sein: Ängste und gedämpfte Vorfreude.

Kathrins Vorfreude wird durch Corona stark beeinträchtigt, genau wie ihre Schwangerschaft.

Kathrin Schürholz

Kathrin Schürholz, lebt mit ihrer Familie in Olpe. Sie hat Sorge, denn die Datenlage bei Schwangeren, die sich mit Corona infizieren, ist noch unklar. Für Schwangere gibt es noch keine generelle Impfempfehlung gegen Covid-19.

WDR: Frau Schürholz, was belastet sie momentan am meisten?

Kathrin Schürholz: Im Moment, ob mein Mann bei der Geburt mit ins Krankenhaus kann oder nicht. Und wenn er bleiben darf, mache ich mir Sorgen um meinen dreijährigen Sohn. Ich kann ihn mehrere Tage nicht sehen, weil keine Besuche erlaubt sind.

WDR: Haben sie Angst, sich zu infizieren?

Kathrin Schürholz blättert in einem Buch

Kathrin bereitet sich digital auf die Geburt vor.

Schürholz: Ja, habe ich tatsächlich. Man weiß einfach zu wenig über dieses Virus und die Gefahr ist einfach da. Ich muss ja auch mein Kind schützen. Daher habe ich mich sehr zurückgezogen und versuche, soziale Kontakte komplett zu vermeiden.

WDR: Das klingt einsam. Was ist mit Schwangerschaftskursen?

Schürholz: Ich habe in meiner letzten Schwangerschaft mehrere spezielle Sportkurse gemacht und die Geburtsvorbereitung, was sehr schön war, weil ich da Frauen kennengelernt habe, die in der gleichen Situation waren, mit denen ich mich austauschen konnte. Daraus ist auch eine Krabbelgruppe entstanden. Das fehlt dieses Mal sehr.

WDR: Also haben sie diesmal gar keine Kurse gemacht?

Schürholz: Doch, digital. Oben, alleine in meinem Büro.

WDR: Kinderbasare gibt es auch nicht. Aber die Hebamme kommt zu Ihnen, oder?

Kathrin Schürholz sortiert die Babykleidung

Viele Fragen in der Schwangerschaft bleiben offen.

Schürholz: Ja und das ist sehr wichtig für mich. Es tut einfach gut, jemanden zu haben, mit dem man sich austauschen kann. Allerdings darf die Hebamme nur 15 Minuten bleiben. Am Anfang habe ich mich tatsächlich ein bisschen gehetzt gefühlt.

WDR: Was macht das alles mit der Vorfreude auf ihr Kind?

Schürholz: Diese typische Baby-Stimmung, die geht verloren. Das ist sehr schade. Aber natürlich freue ich mich sehr auf meine Tochter.

Das Interview führte Julia Arns

Stand: 18.02.2021, 14:47