Corona: Iserlohner Schüler appelliert an Ministerin

Schüler aus Iserlohn

Corona: Iserlohner Schüler appelliert an Ministerin

Von Claudia Roelvinck

Ein 17-jähriger Iserlohner hat Angst, sich an seiner Schule mit Corona anzustecken. Er hat sich deshalb öffentlich an die Schulministerin gewendet. Im Interview erklärt er seine Beweggründe.

Sinan Cakir besucht das Gymnasium An der Stenner in Iserlohn. Wohl fühlt er sich dabei nicht. Viel zu hoch erscheint ihm das Infektionsrisiko mit Corona.

Daher hat er NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) einen offenen Brief geschrieben. Darin schreibt er, sein Abitur sei ihm wichtig, seine Gesundheit aber noch wichtiger.

Schüler aus Iserlohn

Sinan Cakir will vor Corona geschützt werden

Der 17-Jährige versteht nicht, warum die Schulen trotz steigender Corona-Neuinfektionen weiterhin geöffnet sind. Wir haben Sinan Cakir zum Interview getroffen.

WDR: Was war für Sie der Anlass, diesen offenen Brief zu schreiben?

Sinan Cakir: "Ich bin vergangenen Monat in Quarantäne geschickt worden und dann habe ich gemerkt, dass das einfach zu riskant ist, jeden Tag aufs Neue unsere Gesundheit aufs Spiel zu setzen in der Schule."

WDR: Was würden Sie sich wünschen, wie Schule anders organisiert werden sollte?

Cakir: "Es gäbe natürlich die Möglichkeit, rollierendes Verfahren zu machen in A- und B-Wochen, die Kurse aufzuteilen, dass dann in der A-Woche die eine Hälfte des Kurses im Unterricht sitzt und die andere Hälfte Homeschooling macht oder per Liveschalte den Unterricht verfolgt, und das wechselt dann jede Woche."

WDR: Warum haben Sie sich direkt an Schulministerin Yvonne Gebauer gewandt?

Das Bild zeigt eine Schulklasse während der Corona-Pandemie.

Schüler im Corona-Unterricht - Cakir möchte rollierendes Verfahren

Cakir: "Unsere Schule hat ein Hygienekonzept vorgelegt, und das ist das Maximum, was eine Schule tun kann zurzeit. Und wenn sich etwas ändern soll, dann kann man sich nur ans Ministerium wenden und nicht weiter drunter."

WDR: Haben Sie Reaktionen auf Ihren Brief erhalten? Wie sind die ausgefallen?

Cakir: "Nachdem ich den offenen Brief veröffentlicht habe, habe ich 100 bis 200 Nachrichten bekommen innerhalb eines Tages. Das waren Schülerinnen und Schüler von dieser Schule, aber auch von anderen Schulen aus der Umgebung. Es gab zwischen den ganzen Nachrichten zwei, drei von Schülerinnen mit einer anderen Meinung. Die waren halt der Meinung, dass der Präsenzunterricht sehr wichtig ist und wegen des Abiturs auch weiterhin stattfinden muss, trotz Corona."

Sinan Cakir

Sinan Cakir ist 17 Jahre alt und besucht das Gymnasium An der Stenner in Iserlohn. Er hat mit einem offenen Brief an NRW-Schulministerin Gebauer zuletzt für Aufsehen gesorgt.

WDR: Eine Antwort vom Schulministerium haben Sie bisher nicht erhalten. Was würden Sie sich da wünschen?

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer

Noch gab es keine Antwort von Ministerin Yvonne Gebauer (FDP)

Cakir: "Erst mal würde ich mir wünschen, dass mein Brief quasi auch als solcher anerkannt wird, und dass dem Brief die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Und dass man mitbekommt, dass den auch jemand gelesen hat. Denn vom Ministerium habe ich bislang keine Rückmeldung bekommen. Und ich würde mir wünschen, den Brief ernst zu nehmen und auch ein vernünftiges Schema vorzulegen, wie es damals im ersten Lockdown auch war."

Das Interview führte Claudia Roelvinck.

Stand: 19.11.2020, 15:21