Schoko-Import per Fahrrad nach Münster

Radfahrer mit Lastenrädern auf dem Domplatz

Schoko-Import per Fahrrad nach Münster

Von Andrea Hansen

Mehr als 100 Radfahrer haben über das Osterwochenende rund eine Tonne Schokolade mit dem Rad aus Amsterdam in 19 Städte in NRW gebracht. Ein Ziel der "Schokofahrt" für fairen Handel und Klimaschutz war Münster.


Fahrradgeklingel, ein paar Hupen und ein großes Hallo mit Applaus vom Empfangskomitee – so klingt das Ende der Schokofahrt auf dem münsterischen Domplatz.  "Dieses Mal bin ich richtig kaputt. Mein Rücken tut weh," stöhnt Lea. Ihr Bruder Gregor musste sogar unterwegs aufgeben, sein Rad hatte schlapp gemacht.

Denn eine lockere Spazierfahrt ist die Schokofahrt nicht: 250 Kilometer in zwei Etappen mit nur einem Tag Pause zwischen Hin- und Rücktour, mit Lasten- oder normalen Rädern plus Gepäcktaschen oder Anhänger - das geht auf die Knochen.

Schadstofffreier Transport

Die Idee dahinter: Wenn der fair gehandelte Bio-Kakao mit einem Frachtsegler emissionsfrei von der Dominikanischen Republik bis nach Amsterdam kommt, dürfen die letzten Kilometer nicht die gute Klimabilanz kaputt machen!

Gruppenbild der Fahrradfahrer

Die Schokoladen-Transporteure sind gut in Münster angekommen

Insgesamt sind diesmal 100 Fahrradfahrer nach Amsterdam gestrampelt. Damit hätte Laura nicht gerechnet, als sie vor einem Jahr mit gut zwei Dutzend Mitstreitern zur ersten Schokofahrt aufbrach. So wollen sie zeigen, dass Transport emissionsfrei funktioniert – nicht nur auf den kurzen Wege in der Stadt. Ein Teil des Verkaufspreises unterstützt darum die Freien Lastenräder für Münster. Drei gibt es mittlerweile, die jeder kostenlos ausleihen kann.

Nach Strapaze besonderer Genuss

Vier Fahrtteilnehmer essen Schokolade

Stückeweiser Genuss nach der Fahrt

300 Kilo Schokolade wurden diesmal mit dem Rad von Amsterdam nach Münster geholt. Am 6. Oktober soll die nächste Ladung abgeholt werden. Für Lea und Julia geht es auch um bewussten Genuss: "Schokolade ist ein Luxusgut - die sollte man stückchenweise genießen und nicht tafelweise futtern." Wenn man sie selbst mit dem Rad transportiert hat, fällt diese Wertschätzung noch leichter...

Stand: 03.04.2018, 10:03