Schnellere Impfung für Feuerwehrleute gefordert

Impffrust bei der Feuerwehr 02:38 Min. Verfügbar bis 07.04.2022

Schnellere Impfung für Feuerwehrleute gefordert

Von Heiko Dolle

Viele Freiwillige Feuerwehrleute fordern eine schnelle Corona-Impfung. Im Kreis Soest haben sie sich einer Resolution der Feuerwehrverbände in NRW angeschlossen.

Denn die Sorge bei vielen Feuerwehrleuten vor einer Ansteckung durch Corona ist groß. Der Einsatzalltag in der Freiwilligen Feuerwehren ist meist hektisch und gefährlich.

Oft bleibt den Feuerwehrleuten wenig Zeit, an Abstände oder Hygienevorschriften zu denken. Sie sitzen eng neben ihren Kameraden im Feuerwehrwagen. Am Einsatzort müssen sie auch Patienten erstversorgen oder Opfer aus verunglückten Autos retten.

Hohe Infektionsgefahr 

Zwei Feuerwehrmänner bedienen eine Maschine.

„Wenn wir ständig mit Muskelkraft oder mit Drehleitern den Rettungsdienst beim Patiententransport unterstützen, dann sind die Infektionsgefahren für uns mit denen im Rettungsdienst vergleichbar“, warnt Kreisbrandmeister Bernd Schneider aus Siegen, der auch stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren in NRW ist. 

Impfung von Rettungskräften außerhalb der Reihe

Im Märkischen Kreis wurden deshalb über Ostern spontan über 800 Rettungskräfte mit Biontech geimpft. Mit Impfdosen, die übrig waren, erklärte Kreisbrandmeister Michael Kling. „Das war ein großer Fortschritt für die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren."

Auch im Hochsauerlandkreis und im Kreis Olpe werden Rettungskräfte vereinzelt außerhalb der Reihe versorgt. Weil Impfstoff sonst verfallen könnte, hieß es von den Kreisen.

Doch nicht in allen Impfzentren bleiben Impfdosen übrig. Deshalb hat der Verband der Feuerwehren eine Resolution an die Gesundheitsminister von Bund und Land beschlossen. Er fordert sie auf, die Feuerwehrleute endlich „entsprechend unserer Einsatzgefahren in der Impfreihenfolge zu priorisieren“.

Im Kreis Siegen-Wittgenstein soll das jetzt passieren. Rund 500 freiwillige Feuerwehrleute bekommen ein Impfangebot. Sie können sich nach Angaben des Kreises Siegen-Wittgenstein in den kommenden zwei Wochen den Impfstoff von Biontech verabreichen lassen.

Der Landrat beruft sich dabei auf eine Äußerung von Gesundheitsminister Laumann: Danach seien vorgezogene Impfungen für Feuerwehrleute möglich, wenn das der öffentlichen Ordnung diene.

Stand: 07.04.2021, 18:27