Das Ende des Marienhospitals in Iserlohn

Marienhospital Letmathe

Das Ende des Marienhospitals in Iserlohn

Von Heiko Dolle

  • Schließung zum 31.12.2019
  • Verlust des Marienhospitals in diesem Jahr rund 1,8 Millionen Euro 
  • Mitarbeiter sollen übernommen werden

Das Marienhospital in Iserlohn-Letmathe wird geschlossen. Am Mittwochabend (27.06.2019) hat eine Mehrheit im Kreistag entsprechend abgestimmt. Die wirtschaftliche Situation habe sich "dramatisch verschlechtert", argumentierte die Kreisverwaltung. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Krankenhausverbund mit einem Verlust von 1,8 Millionen Euro. 

Millionenkosten für Erneuerungen

Marienhospital Letmathe

Die Entscheidung gegen das Krankenhaus fiel im Kreishaus

Wegen neuer Brandschutzmaßnahmen zum Beispiel kommen auf das Krankenhaus in Iserlohn teure Umbauten zu. Sie werden in den kommenden fünf Jahren rund 5,2 Millionen Euro kosten. Weitere Probleme für das 90-Betten-Krankenhaus: Es gab immer weniger Behandlungen, weil viele Operationen ambulant erfolgen. Das betrifft vor allem die Schmerzmedizin am Marienhospital. 

Durch den Fachkräftemangel gab es unbesetzte Stellen. Deswegen müsse eine komplette Station geschlossen werden, heißt es in der Vorlage. Außerdem hätten die Chefärztin und ein Oberarzt der Chirurgie gekündigt, für die bislang keine Nachfolger gefunden worden sind. Und es gibt viele Konkurrenzkrankenhäuser im Umkreis. 

18.000 Unterschriften gegen Schließung

Demo, Marienhospital

Eine letzte Demo am Nachmittag - ohne Erfolg

Noch am Nachmittag hatten 100 Menschen für den Erhalt des Marienhospitals demonstriert. Pfleger, Ärzte und Patienten wollten die Kreistagsmitglieder davon überzeugen, gegen die Schließungspläne zu stimmen. Viele wirkten sauer und verzweifelt. Sie fürchten um ihren Arbeitsplatz und um eine Krankenhaus-Versorgung gleich nebenan. 

Im Umfeld des Märkischen Kreises mussten in den vergangenen Jahren bereits drei Krankenhäuser wegen ähnlicher Probleme schließen. In Altena, Balve und Wickede-Wimbern. 

Das Krankenhaus gehört zu den Märkischen Kliniken. Die 100 Mitarbeiter sollen in dem Krankenhausverbund weiter beschäftigt werden.

Stand: 27.06.2019, 20:51