Wieder Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Coesfeld

Außenansicht der Werkshalle von Westfleisch in Coesfeld

Wieder Corona-Ausbruch bei Westfleisch in Coesfeld

Im Westfleisch-Schlachthof in Coesfeld hat es einen neuen Corona-Ausbruch gegeben. Nach Angaben des Unternehmens wurden 35 Beschäftigte positiv getestet.

Die Coronafälle sind bereits in den vergangenen zwei Wochen bei den regelmäßigen PCR-Tests des Unternehmens aufgefallen. "Nachdem in der vergangenen Woche dem Coesfelder Gesundheitsamt 14 positive Testergebnisse übermittelt wurden, wurden ihm nach freiwilligen Tests der gesamten Belegschaft am Montag und Dienstag weitere 21 Mitarbeiter gemeldet", heißt es in einer Pressemitteilung, die nach Angaben von Westfleisch bereits am 26.08. veröffentlicht wurde.

Nach Angaben des Coesfelder Kreisgesundheitsamtes gab es auch danach einige weitere Fälle. Eine konkrete Zahl wollten weder das Unternehmen noch das Amt auf WDR-Anfrage nennen.

Zwei Männer mit Mundschutzmasken vor einem Eingang

In dem Westfleisch-Betrieb wird regelmäßig getestet

Mehr als die Hälfte aller positiv Getesteten seien vollständig geimpft. Alle Betroffenen seien symptomfrei und befänden sich in Quarantäne. "Insgesamt fielen weniger als 2 Prozent der rund 2.600 Tests der vergangenen Tage positiv aus", heißt es in der Pressemitteilung von Westfleisch. Bundesweit liege die Quote laut RKI aktuell bei über 6 Prozent.

Viele Mitarbeiter geimpft

Insgesamt seien bereits 73 Prozent der meist osteuropäischen Mitarbeiter geimpft. Nach Informationen einer Beratungsstelle für ausländische Arbeiter in Lengerich gibt es allerdings besonders unter den rumänischen und bulgarischen Fleischarbeitern eine große Skepsis gegenüber den Imfpungen.

Hygienekonzept gut umgesetzt

Westfleisch teilte weiter mit, dass "eine gemeinsame Betriebsbesichtigung mit Behörden und dem Corona- und Hygiene-Experten Professor Martin Exner ergab, dass das Unternehmen die notwendigen Schutzmaßnahmen ergriffen und das Hygienekonzept sehr gut umgesetzt hat."

Dies bestätigt auch die Leiterin des Coesfelder Kreisgesundheitsamtes, Alexandra Winkler. Ihre Behörde habe dem Unternehmen aber empfohlen, über die bestehenden Regelungen hinaus freiwillig auch Geimpfte regelmäßig zu testen, um das Risiko weiter zu minimieren, sagte sie dem WDR.

Großer Ausbruch im vergangenen Jahr

Außenansicht des Fleischverarbeiters Westfleisch

Der Betrieb war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten.

Im vergangenen Frühjahr hatte ein Corona-Ausbruch in dem Westfleisch-Betrieb in Coesfeld für Schlagzeilen gesorgt. Damals musste der Schlachthof geschlossen werden. Danach und nach einem Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück war es zu öffentlichen Diskussionen über die Situation der Arbeiter in der Fleischbranche und in der Folge zu Gesetzesänderungen gekommen.

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