Schallschutz für Baggerschiff in Haltern

Ein blaues Schiff und ein kleineres Boot schwimmen auf einem See

Schallschutz für Baggerschiff in Haltern

Von Markus Holtrichter

  • Anwohner fühlten sich genervt
  • Gelsenwasser AG montiert Schalldämpfer
  • Sandabbau noch viele Jahre geplant

Weil sich Anwohner des Halterner Stausees genervt fühlten, bekommt ein Saugbaggerschiff in Haltern jetzt eine eigens konstruierte Schallschutz-Haube. Die Gelsenwasser AG reagiert damit auf die Beschwerden der Anwohner. Der schwimmende, große "Schneidkopfsaugbagger" trägt ab sofort den speziellen Schalldämpfer, um den Lärm des Motors zu reduzieren.

Tägliche Belastung für die Anwohner

Bis zu 300.000 Kubikmeter Sand befördert die Gelsenwasser AG jährlich aus dem Halterner Stausee. Die Arbeit erledigt maßgeblich ein großes Saugbaggerschiff. Seit August des vergangenen Jahres arbeitet diese Anlage in der Nähe eines Wohngebietes. Anwohner fühlten sich dadurch täglich genervt.

Schalldämpfer kostet 10.000 Euro

Drei Männer arbeiten an einer Schallschutz-Bagger-Haube

Die blaue Schallschutz-Haube über dem Motor des Baggerschiffs

Die gesetzlichen Grenzwerte für Schallimmissionen wurden laut dem Unternehmen zwar eingehalten. "Der guten Nachbarschaft wegen" habe man aber nun eine individuell angefertigte Haube über den Elektromotor des Schneidkopfsaugbaggers montiert. Die 10.000 Euro teure Konstruktion soll einen Großteil des weithin hörbaren Betriebsgeräusches schlucken.

Stausee wird tiefer ausgebaggert

Der Saugbagger ist bereits seit den 90er Jahren auf dem Stausee im Einsatz. Die Gelsenwasser AG vertieft den See von sieben auf 15 Meter, sodass in dem Reservoir deutlich mehr Wasser gespeichert werden kann. Aus dem Stausee gewinnt das Wasserwerk in großem Stil Trinkwasser, versorgt damit rund 1 Million Menschen im Münsterland und im Ruhrgebiet. Den parallel gewonnenen Sand verkauft das Unternehmen an die Baubranche.

Stand: 19.03.2019, 12:30