Südwestfalens Schafhalter rüsten auf gegen Wolfsangriffe

Südwestfalens Schafhalter rüsten auf gegen Wolfsangriffe

  • Wolfssichtung im Kreis Altenkirchen
  • Südwestfalens Landwirte schlagen Alarm
  • Schafhalter fordern Unterstützung

Die Landwirte in Südwestfalen treffen Vorbereitungen, um ihre Schafe auf den Weiden zu schützen. Denn im benachbarten Kreis Altenkirchen soll ein Wolf auf dem Truppenübungsplatz Stegskopf umherstreifen. In Siegen gab es schon vor drei Jahren einen ersten Fotobeweis. Die Landwirte wissen: Der Wolf ist schlau und kann Absperrungen überwinden. Deshalb fordern die Schafzüchter und Milchviehhalter Unterstützung.

Effektiven Schutz gegen den Wolf gibt es kaum

Einen wirklichen Schutz gegen Wolfsangriffe gibt es kaum, klagen die Landwirte: "Wir wollen keine Entschädigung, sondern unsere Tiere artgerecht in der Natur halten und vor dem Wolf in Sicherheit wissen“, sagte Oliver Schneider vom Kreisverband der Schafhalter im Siegerland am Dienstag (18.12.2018). "Aber ein effektiver Schutz ist teuer und aus wirtschaftlichen Gründen für uns Schafzüchter nicht zu bezahlen“. Dafür verdienten sie zu wenig mit der Tierhaltung.

Züchter bauen nachts mobile Schutzzäune

Züchter Armin Küthe hält 600 Schafe und ein paar Ziegen. Ständig wechselt er die gepachteten Grasflächen und baut nachts mobile Schutzzäune auf. Sie sind 90 Zentimeter hoch und stehen unter Strom. Kommt ein Tier dagegen, gibt es einen kurzen heftigen Stromstoß. Dafür sorgt eine 2.500 Volt Elektrospannung. Um die Herden wirklich zu schützen zu können, müssten die Elektrozäune fast zwei Meter hoch sein und 30 Zentimeter tief in der Erde eingegraben werden. "Das ist hier in der Landschaft so gut wie nicht möglich", bemängelt Armin Küthe. Außerdem seien die Kosten viel zu hoch.

Auch wachhafte Hütehunde seien keine Lösung: "Hier gibt es überall viele Spaziergänger oder Wanderer mit Hunden. Da sind dann Konflikte mit den Schutzhunden der Herde vorprogrammiert.“   

Stand: 18.12.2018, 14:56