Wanderschäfer in Sauerländer Steppenlandschaft

Schafherde auf trockener Weide

Wanderschäfer in Sauerländer Steppenlandschaft

  • Weiden im Sauerland ausgetrocknet
  • Schafe brauchen viel Wasser
  • Auch Futter wird bald knapp

Normalerweise bekommen die Schafe mit dem Grünfutter genügend Wasser. Aber Grünfutter? Die Landschaft im Sauerland erinnert den Wanderschäfer derzeit an seine Heimat Andalusien.

Mann streichelt Schaf

Schäfer Lopez: "Wie in Granada"

Vertrocknetes Gras, sonnenverbrannte Weiden soweit das Auge reicht. Das haben die Wanderschäfer Peter Kuhlmann und Francesco Lopez im Sauerland zuvor noch nie gesehen. "Ein Panorama wie bei mir daheim in Granada", findet Lopez. Die beiden Schäfer haben ihre Herde von Unna über Hemer nach Müschede bei Arnsberg getrieben.

Natürlich fressen die Schafe auch trockenes Gras, aber auch davon ist nicht mehr viel übrig. Vor allem aber fehlt das Wasser.

Rettung im Steinbruch

Lämmchen und Mutterschaf

Trotz Trockenheit: Lämmchen geboren

"Wenn die Tiere fünf Kilo Gras fressen, kommen sie zurecht", erklärt Kuhlmann. "Da sind drei bis vier Liter Wasser drin. Aber weil bei dieser Trockenheit kein Wasser mehr im Gras ist, müssen wir sehr, sehr viel Wasser fahren."

Dafür müssen die Schäfer zwei Stunden länger pro Tag arbeiten. In einem Steinbruch in der Nähe der Weide haben sie Wasser entdeckt. Zum Glück hat die Steinbruch-Firma ihnen erlaubt, diese Quelle zu nutzen.

"Mehrere hundert Kubikmeter Wasser kommen hier von den Bergen herunter, und wir können so viel Wasser holen wie wir wollen", freut sich Kuhlmann. Bis zu 6.000 Liter pro Tag brauchen sie für die Herde, für 700 Tiere.

Bald geht’s ans Winterfutter

Außer dem Wasser macht nun aber auch das Futter den Schäfern Sorgen. Wenn es so trocken bleibt, müssen in zwei Wochen die Wintervorräte angebrochen werden. "Wir hoffen und beten, dass bald was runter kommt", sagt Kuhlmann. "Sonst sieht’s wirklich total schlecht aus für uns."

Stand: 14.08.2018, 15:59