Touristiker empört: Ballermann statt Sauerland?

Junge telefoniert auf Mauer an Strand von Mallorca

Touristiker empört: Ballermann statt Sauerland?

Thomas Weber ist Geschäftsführer von Sauerland Touristik. Der Verband betreibt das Marketing für die Urlaubsregion mit - in normalen Jahren - sieben Millionen Übernachtungen. Er findet: Wenn wir Deutschen jetzt auf Mallorca urlauben dürfen, muss das mit Auflagen auch wieder im Sauerland möglich sein.

WDR: Herr Weber, haben Sie schon Ihren Osterurlaub auf Mallorca gebucht?

Thomas Weber: (lacht) Nein, ich habe meinen Osterurlaub noch nicht gebucht. Die ganze Aufmerksamkeit gilt unserer Branche, und da habe ich im Moment noch nicht den Nerv, wegzufahren.

WDR: Viele Spanier sind stinksauer, dass wir Deutschen auf ihre Inseln reisen dürfen, während sie sich im eigenen Land nicht weit bewegen dürfen. Gibt es eine ähnliche Stimmung im Sauerland?

Thomas Weber vor Bergpanorama

Weber: Möchten, dass man mit uns spricht!"

Weber: Wir sind auch sauer. Die inländische Tourismusbranche ist keine Folklore. Allein im Gastgewerbe sind in NRW mehr als 400.000 Menschen tätig in über 50.000 Betrieben. Wir möchten, dass man mit uns spricht.

WDR: Nun dürfen Sie ja wieder 2.500 Ski-Touristen pro Tag empfangen. Das ist doch besser als nichts?

Weber: Dass wir wieder Ski-Tourismus in Maßen haben, das ist in Ordnung. Das kam sehr spät. Und das war für uns auch deshalb so schwer auszuhalten, weil wir einen phantastischen Winter haben. Aber es ist besser als nichts.

WDR: Es gibt die Furcht, dass es wieder einen Massenansturm geben könnte wie an den ersten Schnee-Wochenenden. Ist die Furcht berechtigt?

Skipiste in der Coronazeit

Maximal 2.500 Skitouristen pro Tag

Weber: Nein, ich glaube nicht, dass es einen neuen Massenansturm geben wird. Der hing damit zusammen, dass wir sehr schöne Schneesituationen hatten. Letztes Jahr fiel der Winter ja ganz aus. Und von daher war die Sehnsucht nach Schnee sehr groß.

WDR: Sind auch einsam gelegene Ferienhäuser für Gäste gesperrt?

Weber: Leider darf derzeit kein Tourismus stattfinden. Da muss es jetzt Gespräche geben, dass man sagt: Bei uns in den Ferienhäusern, Ferienwohnungen, in den Hotels, in Apartments ist man doch sicher. Wir erwarten einfach, dass man erstens mit uns spricht und zweitens auch jetzt wirklich eine Perspektive eröffnet.

WDR: Was erwarten Sie konkret von der Landesregierung?

Weber: Wir fordern: Geht mit uns durch, wie ein Perspektivplan zur Öffnung aussehen kann! Wir wollen keine Extra-Wurst. Wir wollen aber mit bedacht werden. Es täte auch der Bevölkerung gut, wenn man wieder übernachten darf, mit strengen Auflagen, mit Hygienekonzepten.

Das Gespräch führte Stefan Michel.

Fewo-Besitzer sauer auf Mallorcaöffnung 01:03 Min. Verfügbar bis 16.03.2022

Stand: 15.03.2021, 14:47