Reitplätze auch im Münsterland belastet?

Gefahr im Reitboden Westpol 30.06.2019 UT DGS Verfügbar bis 30.06.2020 WDR

Reitplätze auch im Münsterland belastet?

  • Land prüft Umwelt-und Gesundheitsgefahr
  • Bis zu drei Tonnen Plastikmüll pro Reitfeld
  • Kunststoff-Gemisch seit 15 Jahren gängige Praxis

Von dem Sand auf vielen Reitplätzen oder in Reithallen könnte nach Experten-Meinung eine gesundheitliche Gefahr ausgehen. Denn dem Sand ist oft Kunststoff beigemischt. Das ist auch auf dem Landgestüt in Warendorf der Fall.

grauhaariger älterer Mann mit Brille in einem Raum

Heinrich Bottermann kündigt eine Prüfung an

Ob davon tatsächlich eine Umwelt- und Gesundheitsgefahr ausgeht, wird jetzt geprüft, sagte Heinrich Bottermann vom NRW-Umweltministerium am Montag (01.07.2019) dem WDR: "Wenn es tatsächlich Abfall ist, der umweltschädlich ist oder besondere Probleme verursacht, der hat dann da überhaupt nichts zu suchen." Zur Zeit gehe man allerdings davon aus, dass die Stoffe, die in Reitböden eingesetzt werden, dazu dienen, Reitplätze sicherer zu machen.

Krankheitsfalle für Mensch und Tier?

zwei Hände, die Sand zerbröseln

Plastikteilchen sollen den Sandboden auf Reitplätzen auflockern

Gutachterin Cornelia Dreyer-Rendelsmann schätzt, dass pro Reitfeld bis zu drei Tonnen Plastikabfall unter den Sand gemischt sind. Seit 15 Jahren werden Reitböden auf diese Weise aufgelockert, und zwar für mehr Griffigkeit und eine bessere Federung. Landesweit soll es dieses Gemisch auf etwa 40 Prozent aller Böden in Reitbetrieben geben.

Dreyer-Rendelsmann hat die Reitböden geprüft und kommt mit einer Stellungnahme an den Landtag NRW zu dem Fazit: "Der Outdoor-Sport Reiten kann zur Krankheitsfalle für Mensch und Pferd mutieren." Ihr Gutachten hat dafür gesorgt, dass sich mit dem Düsseldorfer Landtag nun erstmalig in Deutschland ein Parlament mit Kunststoffen in Reitböden beschäftigt.

Stand: 02.07.2019, 08:43