Rückkehr der Montagsdemos

Lokalzeit Münsterland 02.11.2022 04:01 Min. Verfügbar bis 02.11.2023 WDR Von Detlef Proges

Rückkehr der Montagsdemonstrationen in Münster

Stand: 02.11.2022, 20:00 Uhr

Seit mehr als zwei Jahren gibt es die Montagsdemonstrationen. Was als Protest gegen die Coronamaßnahmen begann, umfasst inzwischen Themen von Spritpreisen bis zum Krieg. Nach einer zwischenzeitlichen Flaute steigen die Zahlen wieder - auch im Münsterland.

Es ist Montagabend, und mal wieder Demo in Ibbenbüren."Frieden, Freiheit," skandieren die Demonstrierenden. Detlef und Carina Wiesmeier sind extra aus Osnabrück angereist: "Ich kenne genügend Menschen, die nicht wissen, wie sie in den nächsten Monaten ihre Strom- und Gasrechnungen bezahlen sollen. Unserer Politik traue ich im Moment auch nicht so viel zu," sagt Detlef Wiesmeier.

Mann und Frau

Detlef und Carina Wiesmeier

"Wir wollen auf der Straße zeigen, dass wir mit vielen Dingen nicht einverstanden sind," ergänzt Carina Wiesmeier. Was mit Protesten gegen die Coronamaßnahmen begann, umfasst inzwischen viele Themen: Energiekrise, Inflation, der Krieg in der Ukraine, Waffenlieferungen und eine generelle Zukunftsangst.

Themen von Energiekrise bis Medienschelte

Immer wieder gibt es lautstarke Hetze gegen Medien: "Und hier ein kleiner Aufruf an alle Redakteure: Schreibt immer schön Eure Namen unter Eure Berichte, damit Euch die Menschen später besser finden", schallt es aus einem Lautsprecher.

Montagsdemo als Misstrauensgemeinschaft

Mann mit Brille

Historiker Malte Thießen

Malte Thießen ist Historiker. Er beobachtet die Montagsdemos von Beginn an. Bei den Demos träfen Bewegung aus den unterschiedlichsten Strömungen zusammen: "Das heißt, da findet sich eine Misstrauensgemeinschaft zusammen, die sich nicht unbedingt in allen politischen Zielen einig ist, aber in der Ablehnung zum Beispiel von der Digitalisierung, der Globalisierung oder der Energiekrise."

Die Gegendemonstranten in Münster von "Kein Meter den Nazis" sagen: Bei den Protestmärschen träfen sich Anhänger von Verschwörungsmythen, Reichsbürger und Rechte. Ein Vorwurf, den die Montagsdemonstranten weit von sich weisen. Der Historiker Malte Thießen mahnt allerdings zur Vorsicht.

Wir berichten darüber am 02.11.2022 in der Lokalzeit Münsterland im Hörfunk und im Fernsehen.