Prozess gegen sechs Rocker in Hagen geplatzt

Die Fassade des Landgerichts Hagen

Prozess gegen sechs Rocker in Hagen geplatzt

Überraschend ist ein Prozess vor dem Landgericht in Hagen gegen sechs Mitglieder einer Rockergruppe geplatzt. Der Grund: Die Richterin hört auf.

Sie will ihr Amt aufgeben - aus persönlichen Gründen. An zwölf Prozesstagen wurde unter erhöhten Sicherheitsbedingungen verhandelt. 50 Zeugen wurden gehört und ein Prozessende war noch nicht in Sicht.

Prozess wird im Januar 2020 neu starten

Bis zum Ausscheiden der Richterin ist der Prozess nicht mehr zu beenden. Damit ist das Verfahren um einen Mordversuch auf einen Rocker und die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung geplatzt. Der Prozess wird nun mit anderen Richtern im Januar 2020 komplett neu starten.

Prozessbeginn unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

Zum Prozessbeginn am 18. August 2020 war der Gerichtsaal brechend voll und es galten strenge Sicherheitsvorkehreungen. Jeder der sechs Angeklagten kam mit zwei Verteidigern. Den Mitgliedern der Rockergruppe aus Altena, Iserlohn und Hagen wirft die Staatsanwaltschaft eine Vielzahl von Straftaten vor: Es geht um versuchten Mord, Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung und gefährliche Körperverletzung.

Die Angeklagten im Alter von 27 bis 46 Jahren sollen dem Rocker-Club "Bandidos MC" angehören. Sie haben Mitglieder anderer Motorradgruppen bedroht und geschlagen, heißt es in der Anklageschrift. Einen Zeugen wollten sie demnach auch töten.

Schüsse aus Auto angeklagt

Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft ihnen vor, in Iserlohn aus einem fahrenden Auto auf andere geschossen zu haben. Bei Hausdurchsuchungen wurden Waffen und Kokain sichergestellt.

Auf einige Angeklagte könnten Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren zukommen. Das Gericht hat für den Prozess 32 Verhandlungstage angesetzt.

Prozess gegen sechs Mitglieder einer Rockergruppe 00:27 Min. Verfügbar bis 10.08.2021

Stand: 22.09.2020, 19:33