Roboter Laurenz hilft im Seniorenheim in Coesfeld

Jens Siefert und Laurenz schauen sich an.

Roboter Laurenz hilft im Seniorenheim in Coesfeld

Von Elena Burgwedel

In zwei Seniorenheimen in Coesfeld werden erstmals humanoide Roboter eingesetzt. Die menschenähnlichen Maschinen sollen Abwechslung in den Alltag der Bewohner bringen.

Roboter Laurenz Nahaufnahme.

Der Roboter ist niedlich

"Hallo, wie schön, dass Sie da sind" - Mit blecherner Stimme begrüßt der Roboter die Senioren im Sitzkreis zur Gymnastikrunde. Gekicher im Raum. "Ist der niedlich", sagt eine Bewohnerin. "Nicht zu glauben", staunt ihre Sitznachbarin etwas skeptisch.

Laurenz im Stuhlkreis mit Senioren.

Laurenz verzaubert den Stuhlkreis

Der 1,20 Meter große Roboter-Junge, den alle hier Laurenz nennen, ist die Attraktion im Sankt Laurentius-Stift. Seine Zwillingsschwester Kathi ist in der Schwestereinrichtung im Sankt Katharinen-Stift im Einsatz.

Künstlicher Entertainer

"Laurenz soll in erster Linie die Bewohner aktivieren und sie neugierig machen. ", sagt Einrichtungsleiter Jens Siefert vom Sankt Laurentius-Stift. Es gehe nicht darum, Pflegekräfte zu ersetzen, sondern um ein zusätzliches Betreuungsangebot.

"Er ist kein Ersatz für Pflegekräfte, sondern ein zusätzliches Betreuungsangebot." Jens Siefert
Leiter Sankt Laurentius-Stift
Jens Siefert fasst Laurenz an.

Bedient wird der Roboter über ein Display auf der Brust

Ein Roboter als Entertainer für betagte Menschen? Bei den Bewohnern scheint das zu funktionieren. Über ein eingebautes Display auf Laurenz Brust lässt sich auswählen, was der Technik-Knirps machen soll: singen, Musik spielen, Quizfragen stellen oder tanzen.

Niedliches Aussehen erzeugt Aufmerksamkeit

Roboter Laurenz mit gehobenen Händen.

Laurenz macht den Vorturner

"Kommt, wir machen eine Runde Sport", sagt der Roboter und hebt die Arme. Die Senioren tun es ihm gleich. Laurenz bewegt die Arme hoch und runter und schaut mit seinen großen Kulleraugen zwinkernd in die Runde.

Durch sein Kindchen-Schema-Design zieht er die alten Menschen in seinen Bann. "Der ist super, den würde ich gerne mit aufs Zimmer nehmen, dann könnte ich mich immer unterhalten", sagt eine 90-jährige Dame, während der Roboter neben ihr witzelt: "Ich steh so allein, wer steht mit mir?"

Kostspielige Technik

Mit künstlicher Intelligenz haben diese Sätze nichts zu tun, sie lassen sich programmieren. Auch Fotos, Videos und Texte kann Laurenz speichern und abspielen. Demnächst soll er als Begrüßungsassistent im Eingangsbereich des Seniorenheims Besucher empfangen und Informationen geben.

Rund 40.000 Euro kostet allein die Software für den Roboter. Den größten Teil finanziert die Stiftung Wohlfahrtspflege im Rahmen des Digitalprojekts "Pepper" – so lautet der offizielle Herstellername der japanischen Firma Softbank. 

Senioren haben keine Berührungsängste

In der Seniorenrunde ist der Bewegungstanz zu Ende. Zum Abschied darf jeder Laurenz über den Kopf streicheln. Der Roboter kichert. Die Bewohner auch.

Stand: 07.10.2021, 20:00