Rietberg: Stadtarchiv kämpft gegen gefräßige Papierschädlinge

Lochfraß durch Papierfischchen in einigenausgebreiteten Dokumenten

Rietberg: Stadtarchiv kämpft gegen gefräßige Papierschädlinge

Etwa 20.000 Schriftstücke lagern im Stadtarchiv in Rietberg - und sie sind von Zerstörung bedroht. Ein Schädling hat sich in dem Archiv ausgebreitet, die Stadt hat den Kampf gegen ihn aufgenommen.

Es mag zunächst klingen wie ein verfrühter Aprilscherz, ist für die Verantwortlichen jedoch nicht lustig: Papierfischchen haben sich nach Angaben der Stadt Rietberg ausgebreitet.

Die millimeterkleinen Insekten ernähren sich von Papier. In Deutschland wurden sie erstmals 2007 gefunden. Woher sie kommen, ist nicht geklärt. Sie könnten mit einer Lieferung Toilettenpapier in die Stadtverwaltung gelangt sein oder mit externen Akten, vermutet eine Archiv-Mitarbeiterin. Wie auch immer haben die Schädlinge nach Angaben der Stadt schon einigen Schad- und Lochfraß angerichtet.

Befall rasch eindämmen

Zwar sei der Schaden noch überschaubar, heißt es aus dem Stadtarchiv, er müsse aber unbedingt eingedämmt werden. Denn falls größere Bestände betroffen wären, müssten alle Akten zum LWL nach Münster gebracht werden, wo sie tagelang bei -20 bis -30 Grad eingefroren würden - ein enormer logistischer Aufwand.

Sogenannte "Monitorfallen" im Einsatz

Erste Maßnahmen, den Schädling aufzuspüren, sind bereits ergriffen worden. Dafür wurden sogenannte "Monitorfallen" an den vermuteten Laufwegen der Sechsbeiner aufgestellt. Ein speziell eingearbeiteter Stoff lockt die kriechenden Insekten an, die darauf kleben bleiben. Das Aufstellen der Monitorfallen dient allerdings lediglich der Erkennung der Schädlinge und der lokalen Eingrenzung. Ein spezielles Biozid gegen Papierfischchen gibt es offenbar bislang nicht.

Stand: 19.02.2021, 10:17

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