Sexueller Missbrauch: Bistum Münster räumt Fehler ein

Kirchengebäude

Sexueller Missbrauch: Bistum Münster räumt Fehler ein

  • Gemeindeversammlung in Rhede
  • Vorwürfe gegen verstorbenen Kaplan
  • Versetzt, aber nicht entlassen

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Kaplan in Rhede haben Vertreter des Bistums Münster am Dienstagabend (27.11.2018) schwere Fehler eingeräumt. So habe damals auch der spätere Bischof Reinhard Lettmann in seiner Zeit als Generalvikar dafür gesorgt, dass der Kaplan nicht entlassen, sondern nur versetzt wurde.

Pfarrer mehrfach bestraft

Das Bistum hatte zu einer Gemeindeversammlung in Rhede geladen, daran nahmen rund 150 Menschen teil. Viele zeigten sich geschockt, als bekannt wurde, wie oft der Kaplan und spätere Pfarrer versetzt wurde, obwohl er Kinder missbraucht hatte. Der Kaplan war 1968 vom Landgericht Bochum wegen Unzucht mit einem Kind in Waltrop zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. 1971 versetzte Lettmann den Priester unter Auflagen nach Rhede. Kindern und Jugendlichen durfte er sich nicht nähern. Daran hielt er sich nicht. Schnell soll er bei der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde neue Opfer sexuell missbraucht haben. Bislang geht das Bistum in Rhede von vier Betroffenen aus. 1983 erhielt der Geistliche nach Angaben des Bistums einen Strafbefehl über 12.500 Mark, nachdem er sexuelle Handlungen an drei Jungen in seiner Zeit als Pfarrer in Recklinghausen gestanden hatte.

Sexueller Missbrauch in Rhede: Bistum Münster räumt Fehler ein

WDR 5 Morgenecho - Beiträge | 28.11.2018 | 03:32 Min.

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Bistum setzt auf Dialog

Mit der Versammlung am Dienstagabend will das Bistum Münster als erstes bundesweit neue Wege einschlagen, auch Personalakten freigeben und sagen, wer vertuscht hat, eben auch der verstorbene Bischof Lettmann. Die Opfer hätten es verdient, dass die Kirche sich ihrer Schuld stelle, sagte ein Vertreter des Bistums. Ähnliche Veranstaltungen wie in Rhede könne es auch in anderen Bistumsgemeinden geben.

Stand: 28.11.2018, 07:39