Bielefeld: Viele Rettungswagen sind nicht schnell genug am Einsatzort

Rettungswagen im Einsatz

Bielefeld: Viele Rettungswagen sind nicht schnell genug am Einsatzort

  • Rettungswagen in Bielefeld schaffen vorgegebene Anfahrtzeiten nicht
  • Landeszahlen: Nur 67 Prozent sind nach acht Minuten am Einsatzort
  • Drittschlechtester Wert im Land NRW

Viele Rettungswagen im Bielefelder Stadtgebiet brauchen häufig länger als acht Minuten, bis sie ihre Einsatzstelle erreichen. Nach Zahlen des NRW-Arbeits- und Gesundheitsministeriums, die dem WDR vorliegen, ist das der landesweit drittschlechteste Wert. In den sechs Kreisen von Ostwestfalen-Lippe sieht es dagegen besser aus.

Nur 67 Prozent der Einsatzfahrten schaffen vorgegebene Frist

Nur 67 Prozent der Bielefelder Rettungswagen schaffen es demnach, innerhalb der für städtische Gebiete vorgegeben Frist von acht Minuten am Einsatzort zu sein. Eigentlich sollen es 90 Prozent sein. Ein Grund für den schlechten Wert sei der Bedarfsplan der Stadt für den Rettungsdienst: "Der ist lange nicht nachgebessert worden", erklärt Carsten Kroll, stellvertretender Leiter des Bielefelder Feuerwehramts.

40 Prozent mehr Einsätze, aber nur zehn Rettungswagen

Der Bedarfsplan soll eigentlich alle fünf Jahre den aktuellen Erfordernissen angepasst werden; in Bielefeld dauerte dies aber neun Jahre, so Kroll. Während dieser Zeit habe die Stadt zum Beispiel mit den Krankenkassen über künftige Kosten gestritten.

Zugleich stieg aber die Zahl der Einsätze um fast 40 Prozent. Dafür standen gerade mal zehn Rettungswagen zur Verfügung. Momentan helfen die Bielefelder Nachbarkommunen bei Notfalleinsätzen aus.

Auf dem Land schaffen die meisten Rettungswagen die Vorgaben

In ländlichen Gebieten sollen die Rettungswagen nach spätestens zwölf Minuten am Einsatzort sein, so wollen es die Vorgaben. In den sechs Kreisen von OWL schaffen die Einsatzkräfte dies zu etwa 90 Prozent, geht aus den Zahlen der Landesregierung hervor.

Stadt Bielefeld will jetzt investieren

Die Stadt Bielefeld will in den kommenden vier Jahren Geld in die Hand nehmen, um die Acht-Minuten-Frist für die Fahrt zum Einsatzort zu schaffen. Geplant ist, den Rettungsdienst mit Millionen-Aufwand zu modernisieren und verstärken. Dazu soll es nicht nur mehr Fahrzeuge geben, sondern auch mehr Personal und mindestens zwei neue Wachen im Stadtgebiet.

Stand: 04.03.2020, 11:57

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