Rettungskräfte in Lippe testen recycelbare Shirts

Ein Mann und eine Frau tragen die neuen Polohemden

Rettungskräfte in Lippe testen recycelbare Shirts

Rettungskräfte in Lippe testen seit Anfang August den Tragekomfort von Polo-Shirts aus recycelbaren Fasern. Die Materialien sollen eine viel bessere Ökobilanz als Baumwolle haben und deutlich länger halten.

90 Mitarbeitende der Rettungswachen Lemgo, Bad Salzuflen, Kalletal und Alverdissen streifen sich für ihren Dienst derzeit testweise eigens für sie designte und produzierte Polohemden über - für ein Forschungsprojekt, an dem sich der Kreis Lippe als Praxispartner beteiligt.

Auch Hemden und Bettwäsche im Praxistest

Die Shirts sind aus vollständig recycelbaren Hightech-Fasern gemacht, teilt der Kreis Lippe mit. Und die müssen derzeit einiges aushalten: Denn nicht nur die lippischen Rettungskräfte machen beim textilen Testen mit, sondern auch Kollegen der niedersächischen Polizei. Die dort Beschäftigten erproben die Materialien in Form von Businesshemden; die bayerische Bundespolizei wiederum darf Bettwäsche ausprobieren, die aus den Hightech-Fasern hergestellt ist.

Was halten die Öko-Textilien aus?

Hinter dem "DiTex" genannten Projekt stehen das Bundesforschungsministerium und das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Hightech ist die Kleidung aber nicht nur außen, sondern auch innen. Denn darin eingenähte Chips speichern zum Beispiel die Farbe der Textilien oder die Anzahl durchlaufener Wäschen. Vor allem bei Ökobilanz und Nachhaltigkeit soll die neuartige Faser großes Potential haben - so die Forscher - und führen deutlich geringere CO2-Emissionen, weniger Wasser- und Flächenverbrauch sowie eine längere Nutzungsdauer ins Feld.

Während herkömmliche Baumwollhemden nach maximal 50 Hygienewäschen ausgemustert werden müssten - heißt es vom Kreis Lippe - überstehe die neue Faser unbeschadet bis zu 200 Hygienewäschen. Haben T-Shirts, Businesshemden und Bettwäsche dann irgendwann ausgedient, soll die Textilbranche sie wieder zu PET-Granulat oder Pellets verarbeiten und neues Garn herstellen können.

Gute Erfahrungen der lippischen Tester

Die ersten Rückmeldungen der Rettungswachen seien positiv. Das Shirt lasse sich im Einsatz angenehm tragen, berichtet Alexander Fanenbruck, Leiter der Rettungswache Lemgo: "Die Kolleginnen und Kollegen stehen dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber und freuen sich, dass sich in Sachen nachhaltiger Berufsbekleidung etwas tut".

Und Lippes Landrat Axel Lehmann ist sich sicher: "Wegwerfmode ist ein weit verbreitetes Phänomen mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen. Sollte das Experiment erfolgreich sein, können wir die Trendkleidung von gestern für die Mode von morgen wieder nutzen. Ein Kreislauf, den es zu unterstützen lohnt

Wie nachhaltig ist unsere Kleidung?

WDR 5 Leonardo Top Themen 27.04.2018 06:51 Min. Verfügbar bis 26.04.2023 WDR 5


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Stand: 30.08.2021, 21:47