Corona-Krise: Reisebüro-Mitarbeiter demonstrieren in NRW

Reisebüro-Mitarbeiter demonstrieren am Flughafen Paderborn/Lippstadt. Auf einem Schild steht SOS.

Corona-Krise: Reisebüro-Mitarbeiter demonstrieren in NRW

  • Aktionen in mehreren NRW-Städten
  • Mitarbeiter fordern Hilfe in Corona-Krise
  • Viele haben Angst um ihre Jobs

In mehreren Städten haben am Mittwoch (29.04.2020) Inhaber und Mitarbeiter aus Reisebüros demonstriert - unter anderem in Köln, Dortmund, Düsseldorf und Paderborn. Sie forderten vor allem finanzielle Hilfen in der Corona-Krise. Die Demos fanden wegen der Corona-Pandemie unter strengen Auflagen statt, nämlich mit Abstand und begrenzter Teilnehmerzahl.

Am Flughafen Paderborn/Lippstadt saßen die Demonstranten in Autos und Bussen, hupten lautstark und hatten symbolisch Strandkörbe und -stühle sowie einen Berg an Koffern aufgestellt. Branchenvertreter sagen, dass allein in OWL 1.000 Jobs in Gefahr sind.

Imke Wessel ist Inhaberin eines Reisebüros in Bielefeld: "Wir arbeiten seit sechs Wochen nonstop – und das ehrenamtlich. Das bedroht unsere Existenzen. Keiner kann sagen, wieviele Monate wir das noch durchhalten können." Man fühle man sich vergessen von der Politik.

Demos in Köln, Düsseldorf und Dortmund

Dieser Reisebüro-Mitarbeiter demonstriert in Dortmund mit einem Megaphon

Auch in Dortmund demonstrieren Reisebüro-Mitarbeiter

Auch auf dem Friedensplatz in Dortmund, vor dem Landtag in Düsseldorf und vor dem Kölner Dom waren Sommerliegen aufgebaut, gepackte Koffer standen demonstrativ bereit. Die Reisebüro-Mitarbeiter machten ihrem Ärger nicht nur symbolisch Luft, sondern forderten lautstark finanzielle Hilfe vom Staat.

Das Aktionsbündnis «Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros - rettet die Touristik», das bundesweit in 30 Städten zu Demos aufgerufen hatte, fordert einen Rettungsschirm für die Branche. Notwendig sei eine finanzielle Soforthilfe für die touristischen Unternehmen ohne Rückzahlung.

Reisewarnung verlängert

Prognosen zufolge werden Reisen ins Ausland wegen des unterschiedlichen Verlaufs der Pandemie in den einzelnen Ländern voraussichtlich noch mehrere Monate lang nicht möglich sein. Das Bundeskabinett hat die weltweite Reisewarnung bis mindestens Mitte Juni verlängert.

Anm.: In einer früheren Version hieß es, dass auch in Münster demonstriert wird. Die Demo dort wurde aber abgesagt. Einige Reisebüros erklärten, die Organisation sei zu kurzfristig gewesen. Das Reisebüro Meimberg mit 13 Büros im Münsterland hat inzwischen ein neues Geschäftsfeld entdeckt und fliegt laut Geschäftsführer Thomas Schemmer Erntehelfer aus Rumänien ein.

Stand: 29.04.2020, 15:51