Radeln für ein Leben nach dem Krebs

Pauline D. fährt auf einem Fahrrad mit ihrem Vater Frank  mit.

Radeln für ein Leben nach dem Krebs

  • 45 ehemalige Krebskranke starten Regenbogenfahrt
  • 600 Kilometer von Bielefeld bis Erfurt mit dem Fahrrad
  • Sie wollen krebskranken Kindern Mut machen
Zoe holt den Korb eines selbstgebastelten Aufzuges auf den Balkon.

Zoe Kleimann hat Leukämie

Mit großen Augen und einem Lächeln auf dem Gesicht empfängt die 10-jährige Zoe Kleimann zwei Regenbogenfahrerinnen in ihrem Krankenhauszimmer in Bethel. Sie kann kaum glauben, dass sie wieder so fit sind. "Irgendwann möchte ich das auch mal machen", sagt sie und nimmt das "Regenbogenfahrer-T-Shirt" entgegen, das die Frauen ihr mitgebracht haben.

Seit Juni ist klar, dass Zoe an akuter lymphoblastischer Leukämie leidet, einer bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems. Seit ihrer Behandlung hat sie ständig Magenkrämpfe und selten Appetit. Ob das irgendwann besser wird, möchte sie von den Regenbogenfahrerinnen wissen. Denn die haben die Krankheit am eigenen Leib erfahren.

Regenbogenfahrer haben Krankheit selbst erlebt

Manuela Lechner (30) und Annika Sachs dos Santos (22) aus Stuttgart waren selbst vor mehr als zehn Jahren an Leukämie erkrankt. Mehrere Jahre hat es gedauert, bis sie wieder fit waren. "Wir sind jetzt in der schönen Position, die Hoffnung, die wir damals bekommen haben, anderen zu geben. Etwas zurückzugeben", erzählt die 22-jährige Annika. Gerade hat sie ein Medizinstudium begonnen. Bei der Regenbogenfahrt macht sie zum ersten Mal mit.  

Die Regenbogenfahrer tragen ein Lied vor.

Regenbogenfahrer singen ein Lied

Es ist bereits das 26. Mal, dass sich die Regenbogenfahrer auf den Weg durch Deutschland machen, um kranken Kindern Mut zu machen. Auf ihrem Weg von Bielefeld nach Erfurt machen sie Station in mehreren Behandlungszentren, um für die Kinder zu singen, mit ihnen zu sprechen und zu spielen. Und: Ihnen zu zeigen, dass es ein Leben nach dem Krebs gibt, für das sie kämpfen müssen.

Kindern und Eltern Mut machen

Aber nicht nur die Kinder brauchen seelische Unterstützung. Auch die Eltern und Geschwister müssten mit therapiert werden, so der leitende Arzt der Kinder-Onkologie Norbert Jorch. "Es ist wichtig, die Kinder und die ganze Familie gut durch diese Zeit zu bringen. Nur so können wir eine Therapie richtig durchführen", so der Arzt weiter.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland nach Daten des Bundeskrebsregisters etwa 1.800 Kinder unter 15 Jahren an Krebs. Die meisten leiden an Leukämie, doch neun von zehn dieser Kinder werden wieder gesund. Und dazu tragen auch Aktionen wie die Regenbogenfahrt bei. Noch bis Samstag (25.08.2018) sind die Fahrer unterwegs. Dann erreichen sie ihr Ziel in Erfurt.

Stand: 18.08.2018, 17:51